02. November 2011, 17:28 Uhr

Ghetto-Diva Carolin Kebekus in der Kongresshalle

Ein Beweis wäre eigentlich nicht mehr nötig gewesen. Aber Carolin Kebekus hat ihn trotzdem erbracht. Mit Humor und Charme zeigte sie in der Kongresshalle, dass ein Comedyprogramm gespickt mit vulgären Ausdrücken schon lange nicht mehr in die Schmuddelecke gehört.
02. November 2011, 17:28 Uhr
Die Kölner Komikerin Karolin Kebekus (Mitte) lässt sich zusammen mit Fans fotografieren. (Foto: chs)

Ein Beweis wäre eigentlich nicht mehr nötig gewesen. Aber Carolin Kebekus hat ihn trotzdem erbracht. Mit Humor und Charme zeigte sie in der Kongresshalle, dass ein Comedyprogramm gespickt mit vulgären Ausdrücken schon lange nicht mehr in die Schmuddelecke gehört. Das Gießener Publikum dankte es ihr mit frenetischem Applaus.

Kebekus und Heidi Klum werden sicher keine Freundinnen mehr. Und das nicht nur, weil die Komikerin – bekannt etwa aus dem Quatsch Comedy Club und der Wochenshow – aus Köln kommt und das ehemalige Topmodel aus dem benachbarten und daher rivalisierenden Bergisch Gladbach. Da gibt es grundlegendere Differenzen. Etwa, dass Klum sagt, dass die Frauen nichts mehr essen sollten. »Die Kerle wollen Frauen mit Arsch«, fand dagegen die Komikerin. Und: »Ich bin eine Diva, die im Stehen pinkeln kann«, rappte Kebekus, die noch nie in Gießen aufgetreten ist, gleich zu Anfang. »Es ist ein bisschen so, als hätten wir heute unser erstes Mal«, sagte sie und das Publikum tobte. »Aber keine Angst – ich bin Romantikerin.«

Mit angehenden TV-Topmodels kann sie dagegen gar nichts anfangen. Weil die ja nichts essen. »Das Dickste an deren Beinen sind die Knie«, fand die Komikerin und verzog angewidert das Gesicht. »Ich dagegen brauche morgens schon Fleisch«, und zwar am liebsten Mettbrötchen. »So gute drei Finger dick«, mit schon viel Butter. »Maurermarmelade.« Manchmal frage sie sich, ob sie überhaupt eine richtige Frau sei. Aber ja: »Ich bin ein Mensch mit Menstruationshintergrund.«

Nebenbei klärte Kebekus ihr Publikum auch noch darüber auf, was es mit dem Zusammensturz des Kölner Stadtarchivs auf sich hat. Der Oberbürgermeister sei nämlich neidisch auf das Ruhrgebiet gewesen, das europäische Kulturhauptstadt war. Und das, obwohl die doch nicht mehr hätten, als »unter Tage.« »Dat können wa auch«, meinte da – laut Kebekus – der OB und zack sei das Stadtarchiv in diesem Erdloch verschwunden.

»Pussy Tour« heißt Kebekus» Bühnenprogramm. Und natürlich wurde sämtliches Vokabular abgerufen, das einem bei einem solchen Namen einfällt. Sehr amüsieren musste sich Kebekus, als sie den Namen »Gummiinsel« hörte. Die »Gangster von der Gummiinsel« würden in den Kölner Ghettos nie und nimmer ernst genommen. Dennoch zeigte sie sich zufrieden über ihr »erstes Mal« in Gießen. »Es hat auch gar nicht wehgetan.«

Die Zuschauer feierten Kebekus frenetisch und umringten die Komikerin bei der anschließenden Signierstunde. Einige Fans hatten im Publikum Jared Hasselhoff von der Bloodhound Gang entdeckt. Der Musiker gab bereitwillig Autogramme. Christoph Seyfert

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