11. Juni 2013, 21:58 Uhr

Gewerkschaft fordert Stopp des Stellenabbaus am UKGM

Gießen (ta). Die Gewerkschaft Verdi und die beiden Betriebsräte des Universitätsklinikums beklagen, dass im Verlauf der letzten zwölf Monate rund 220 Vollzeitstellen abgebaut worden seien, davon in Gießen 155 und in Marburg 65.
11. Juni 2013, 21:58 Uhr
(Foto: Red)

Betroffen seien fast alle Berufsgruppen. Die UKGM-Geschäftsführung dementiert dies nicht, verweist aber darauf, dass das Klinikum in den beiden vergangenen Jahren in eine wirtschaftlich schwierige Lage geraten sei. Zur Konsolidierung sei deshalb mit Unterstützung der Unternehmensberatung McKinsey ein Maßnahmenpaket geschnürt worden, zu dem auch eine Anpassung des Stellenplans gehört.

Geschäftsführer Martin Menger relativiert den aktuellen Stellenabbau mit dem Hinweis darauf, dass es von 2006 bis 2012 zu einem kontinuierlichen Personalaufbau um 450 Stellen gekommen sei.

Soll-Stellenplan unterschritten

Der letzte Soll-Stellenplan vom Dezember 2012 sei bereits unterschritten worden und werde aktuell noch weiter nach unten geschraubt, kritisieren die Gewerkschafter. Zusätzlich werde Personal gespart durch Verzögerungen bei der Nachbesetzung nach Ausscheiden von Beschäftigten.

Weiter heißt es in der Erklärung: »Das UKGM steuert, wie andere Kliniken auch, auf einen eklatanten ärztlichen- und Pflegenotstand zu. Eine Anpassung der Soll-Stellenpläne nach oben ist stattdessen unbedingt notwendig, damit gute Arbeit geleistet werden kann und die Berufe im Gesundheitswesen attraktiv bleiben.«

Die tarifliche Forderung nach guten Arbeitsbedingungen und einem besseren Gesundheitsschutz hat laut Menger zu Irritationen am UKGM geführt. Arbeitgeber und Arbeitnehmer befänden sich bereits seit langem in Gesprächen zum Arbeits- und Gesundheitsschutz der Beschäftigten, betont er. Zudem geb es regelmäßig Gespräche zur Stellenplanentwicklung, unter anderem vor dem Hintergrund der Restrukturierungen im Verwaltungsbereich des Universitätsklinikums.

Konsolidierung abgestimmt

Der Vorsitzende der Geschäftsführung erinnert daran, dass das Konsolidierungskonzept aus dem vergangenen Jahr in enger Abstimmung mit den Klinikdirektoren, dem Land Hessen, den beiden Universitäten in Gießen und Marburg sowie Arbeitnehmer- und Gewerkschaftsvertretern, die in den Gremien des UKGM vertreten sind, entwickelt worden sei.

Mit Blick auf die zurückliegende Tarifrunde und die aktuellen Gespräche mit den Betriebsräten, aber auch mit dem Land Hessen, spricht Menger von einem »Zeichen des konstruktiven Dialogs« und einem »vernünftigen Umgang miteinander«. Man habe eine Reihe von Fragen und Problemen konstruktiv lösen können und sollte diesen Weg fortsetzen.

Nach wie vor gebe es viele Überlastungsanzeigen, betonen die Gewerkschaften zum Thema Gesundheitsschutz. Besonders in der Pflege seien aufgrund der Belastung die höchsten Krankenstände zu verzeichnen. Hier fehle es an tarifkonformen Entlastungen, zum Beispiel durch Pool- oder Springerdienste. Diese müssten zusätzlich bereitgestellt und nicht noch zusätzlich vom Stellenplan abgezogen werden. Andere Bereiche, die vor Umstrukturierungen stehen, etwa Wirtschafts- und Versorgungsdienst, Technik und Verwaltung, müssten vor betriebsbedingten Kündigungen besonders geschützt werden, da bereits jetzt die Arbeit kaum zu schaffen sei, unterstreichen die Betriebsräte.

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