27. Januar 2017, 20:15 Uhr

Geschichte eines Kindertransports

Gießen (pm). Seit Ursula Krechels Roman »Landgericht« weiß eine große Leserschaft vom Lebensweg der Familie des jüdischen Richters Richard Kornitzer, von deren Verfolgung, ihrem Exil und der schwierigen Rückkehr. Mit Ruth Barnetts Buch »Nationalität: Staatenlos – Die Geschichte der Selbstfindung eines Kindertransportkindes« liegt nun die authentische Geschichte eines dieser entwurzelten Kinder erstmals auf Deutsch vor. Am 13. Februar, 19 Uhr, stellt es die Autorin im Hermann-Levi-Saal des Rathauses auf Einladung des Vereins Criminalium und der Arbeitsstelle Holocaustliteratur der Universität vor.
27. Januar 2017, 20:15 Uhr

Gießen (pm). Seit Ursula Krechels Roman »Landgericht« weiß eine große Leserschaft vom Lebensweg der Familie des jüdischen Richters Richard Kornitzer, von deren Verfolgung, ihrem Exil und der schwierigen Rückkehr. Mit Ruth Barnetts Buch »Nationalität: Staatenlos – Die Geschichte der Selbstfindung eines Kindertransportkindes« liegt nun die authentische Geschichte eines dieser entwurzelten Kinder erstmals auf Deutsch vor. Am 13. Februar, 19 Uhr, stellt es die Autorin im Hermann-Levi-Saal des Rathauses auf Einladung des Vereins Criminalium und der Arbeitsstelle Holocaustliteratur der Universität vor.

Als Vierjährige gelangte Ruth Barnett 1939 mit ihrem Bruder in einen Kindertransport nach Großbritannien. Der jüdische Vater entkam nach Shanghai, während die nicht jüdische Mutter in Deutschland blieb. Erst zehn Jahre später sah Barnett ihre Eltern wieder.

Unter dem Titel »Person of No Nationality. A Story of Childhood Loss and Recovery« erschienen Barnetts Erinnerungen an ihre Kindheit 2009 in England.

Anschaulich erzählt sie von ihrer schwierigen Existenz als heimat- und staatenloses Mädchen, von ihren Jahren in Heimen und Pflegefamilien. Nach dem Krieg wurde Ruth gegen ihren Willen nach Deutschland zu ihren Eltern zurückgeholt, durfte aber nach England zurückkehren als deutlich wurde, wie unwohl sie sich bei ihren leiblichen Eltern fühlte. Ruth Barnett war 19 Jahre lang Lehrerin und 28 Jahre lang als Psychotherapeutin tätig. Bis heute erzählt sie ihre Geschichte in Schulklassen und vor Studenten. Anfang Dezember 2016 erschien ihr Buch nun auch erstmals in deutscher Übersetzung in der gemeinsamen Schriftenreihe der Ernst-Ludwig-Chambré-Stiftung und der Arbeitsstelle Holocaustliteratur unter dem Stichwort »Studien und Materialen zur Holocaust- und Lagerliteratur« im Metropol Verlag.

Das ZDF hat Krechels Roman unter der Regie von Matthias Glasner verfilmt. Der erste Film des Zweiteilers »Landgericht« wird am Montag, 30. Januar, 20.15 Uhr, ausgestrahlt. Der zweite Teil folgt am Mittwoch, 1. Februar, ebenfalls um 20.15 Uhr.

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