23. Juli 2019, 06:00 Uhr

Auszeichnung

»German Brand Award« für Modehaus Köhler

Die großformatigen Fotos im Modehaus Köhler fallen auf, die Online-Bilderstrecken haben viele Fans. Und nun auch noch eine Auszeichnung mit dem »German Brand Award«. Was steckt dahinter?
23. Juli 2019, 06:00 Uhr
Ein Blickfang: Jonas Wagner, Bäcker und Model. - Susanne Rinker und Joachim Hopmann freuen sich über den Erfolg. (Foto: Schepp)

Glatte Typen mit gestählten Körpern; Hochglanzfotos, cool und stylisch im Großstadtambiente inszeniert. Solche Werbekampagnen sind hochprofessionell - und meistens ziemlich langweilig. Das Modehaus Köhler hat sich vor einigen Jahren für einen anderen Weg entschieden und damit offenbar genau das »richtige Näschen« bewiesen. Kürzlich nahm Inhaber Ludwig Vordemfelde in Berlin den »German Brand Award 2019« entgegen, einen angesehenen Branchenpreis für Markenführung. Zu verdanken ist die Auszeichnung nicht einem einzigen klugen Kopf, sondern sie ist das Resultat einer ebenso kreativen wie freundschaftlichen Zusammenarbeit, schildern Susanne Rinker und Joachim Hopmann, beide seit langem Schauwerbegestalter im Hause Köhler.

Mike Mayer ist von Beginn an als Fotograf dabei gewesen, die Gießener Agentur »sumner groh und compagnie« ist für Konzeption, Kommunikation und Umsetzung verantwortlich. Und was haben nun die prämierten Köhler-Männer, das andere nicht haben? Wir haben es nicht mit Models zu tun, die uns aus einer fernen Welt Mode vorführen, sondern wir sehen Charakterköpfe der Region. Legendär die »Old Boys«, die sich aus der »Ü80-Runde« um Dieter Wallbott rekrutieren: Der kürzlich verstorbene Georg Bellof, Jörg Bottler, Karl Otto Burk, Gerhard Mohr und Alfred Schnabel. Dass die alten Herren nicht nur eine gute Figur machten, sondern beim Fotoshooting einen Riesenspaß hatten, ist den Bildern anzusehen.

In der Folge standen andere Themen im Mittelpunkt, aber immer ging es darum, ein Gefühl von Leidenschaft und Innigkeit zu transportieren: Ich liebe das, was ich tue! Ich brenne für meinen Job. Und dieses Herzblut spiegelt sich auch im Erscheinungsbild wider. Ob es bauen, kochen, grillen, tanzen, pflanzen oder backen ist: Alle Männer, die vor die Kamera von Mike Mayer traten und in Kurzinterviews Rede und Antwort standen, sind Persönlichkeiten mit einer individuellen Botschaft. In der aktuellen Kampagne, die derzeit im Geschäft zu sehen ist, sind das Jonas Wagner und Yannick Nagel aus Nidda. Der eine ist Bäcker, der andere Landwirt, die beiden kennen sich seit ihrer Kindheit. Heute realisieren sie gemeinsam einen Traum: Jonas backt aus dem Urgetreide, das Yannick anbaut, Emmerbrot. Mit ihrem ganz speziellen Produkt der Region stehen sie sowohl für Bodenständigkeit als auch für nachhaltige Fortschrittlichkeit.

Mit Mode hat das erst einmal nichts zu tun. Doch nun kommt das Team von Köhler ins Spiel. »Auch wir lieben das, was wir tun, wir brennen für Mode«, sagt Susanne Rinker und lacht. Gemeinsam mit den Newcomer-Models gehen sie auf die Suche: Wie siehst du dich? Was wolltest du schon immer einmal ausprobieren? Was unterstreicht deinen Typ, was wäre eine Überraschung oder ein gewagtes Experiment? So entstanden Modefotos, die gleichzeitig eine erstaunliche Wirkung haben. Es gibt witzige Kontraste - zum Beispiel durch den Anzug tragenden Bäcker in der Backstube - aber auch stimmige Szenen, in denen die Kleidung die harmonische Ergänzung ist zur Natur oder zum jeweiligen Produkt des Protagonisten.

Abgesehen davon, dass die Models mit Begeisterung dabei waren und alle Beteiligten großen Spaß hatten, gibt auch die positive Resonanz der Kunden dem Kreativteam recht. Natürlich finden es viele interessant, bekannte Gesichter auf den großformatigen Bildern zu entdecken. Aber es schwingen auch andere Botschaften mit: Das sind Männer wie du. Es kann Spaß machen, sich Kleidung zu kaufen. Du musst dich nicht »verkleiden«. Das Modehaus Köhler hatte lange Zeit mit einem Imageproblem zu kämpfen, erinnert Rinker. Es galt als teuer und spießig. »Die Zeiten sind zum Glück lange vorbei«. Heute kommen sowohl alte als auch neue Kunden gerne mal vorbei, um zu schauen, was es Neues gibt. Und wenn der Blick dann auf den smarten Bäcker oder den sympathischen Landwirt fällt, dann ist das erstens gar nicht langweilig und zweitens macht es Lust auf mehr.

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