30. November 2017, 21:30 Uhr

Genesis ohne Ende

Mit seinem Projekt »Genesis Classic« hat sich Sänger Ray Wilson einen Traum erfüllt: Er spielt die erfolgreichsten Hits seiner ehemaligen Band »unplugged«. Damit gastiert er am 10. Dezember in der Kongresshalle. Im Interview erzählt der Schotte, was ihm Genesis und die Musik bedeuten und warum er den Brexit für einen Fehler hält.
30. November 2017, 21:30 Uhr
Ray Wilson. (Foto: Kai R. Joachim)

Mr. Wilson, als Phil Collins 1996 Genesis verließ, haben Sie seinen Part als Leadsinger übernommen. War es schwer, in solch große Fußstapfen zu treten?

Ray Wilson: Das war eine ganz schöne Herausforderung. Ich war damals 28 Jahre und hatte gerade erst mit meiner Band Stiltskin großen Erfolg gehabt. Also fühlte ich mich bereit für den großen Genesis-Job. Ich war jung und voller Selbstvertrauen. Das brauchte ich aber auch für diese Herausforderung.

Ursprünglich kamen Sie aus einer Grunge-Band und haben mit dem Levi’s-Werbetitel »Inside« Geschichte geschrieben. Genesis stand aber eher für Pop, sollte mit Ihnen mehr in die Richtung Progressive-Rock gehen. Wie präsentieren Sie die Musik von Genesis heute mit Ihrem Projekt »Genesis Classics«?

Wilson: Ich umarme alle Aspekte von Genesis, von den Siebzigern bis in die Neunziger. Damit zolle ich auch den erfolgreichen Solo-Karrieren Tribut, die aus dieser Band hervorgegangen sind. Genesis ist in dieser Hinsicht etwas ganz Besonderes. Die Lieder, die aus dieser Genesis-Welt hervorgegangen sind, sind einfach magisch. Das alles, in Verbindung mit meiner eigenen Laufbahn, sorgt für eine tolle Show.

Das »Classic Rock«-Magazin nannte Sie einst einen erstklassigen Sänger aus Großbritannien. Macht Sie das als Schotte nicht besonders stolz?

Wilson: Es gefällt mir natürlich, als guter Sänger anerkannt zu sein. Schließlich ist das die Grundlage meines Lebens, meiner Karriere. Also nutze ich mein Talent und arbeite weiter hart am Erfolg und einem guten Leben durch die Musik.

Die Schotten waren nicht mit dem Brexit einverstanden? Was denken Sie darüber?

Wilson: Der Brexit ist für mich schwer zu akzeptieren. Er ist für mich nur eine Form von Protektionismus und eines nur nach innen gerichteten Verhaltens. Die EU ist natürlich nicht perfekt, aber sie hat für uns alle viele Vorteile. Da wo eine Veränderung nötig ist, sollten wir uns dafür friedlich einsetzen. Am Brexit kann ich nichts Gutes erkennen. Ich sehe nicht, wie jemand davon profitiert, besonders nicht das Vereinigte Königreich. Ungleichheit ist in meinen Augen eine tickende Zeitbombe in Europa, einschließlich Großbritannien. Das ist meiner Ansicht nach die größte Krise der vergangenen zehn Jahre – zusammen mit der globalen Erwärmung und der US-amerikanischen Abschottung.

Sie haben mit Musikern wie Marius Müller-Westernhagen, den Scorpions oder den Berliner Philharmonikern auf der Bühne gestanden. Welcher Musikstil liegt Ihnen am meisten am Herzen?

Wilson: Also erst einmal liebe ich Rockmusik. Ich mag melancholische Gefühle in der Musik, aber auch Leidenschaft und Zorn. Wenn Du einen Song singst und alles passt, dann ist das das befriedigendste Gefühl.

In der Kongresshalle werden Sie Genesis-Klassiker und eigene Kompositionen spielen. Was werden wir überwiegend hören?

Wilson: Die Zuhörer werden Songs hören, die sie lieben, gespielt von einer großartigen Band. Ich will die Leute mitnehmen auf eine emotionale Reise, mit einem Gefühl von Selbstvertrauen, Hoffnung und Erfüllung durch die Musik.

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