11. Dezember 2015, 17:33 Uhr

Geldsorgen beim VfB 1900

Gießen (srs). Eigentlich könnte bei den Fußballern des VfB 1900 Gießen alles in schönster Ordnung sein: Die Verbandsliga-Kicker feiern beachtliche Erfolge, stehen derzeit in aussichtsreicher Position auf einen Aufstieg in die Hessenliga. Doch nun sorgen offenbar finanzielle Probleme für ein Stimmungstief.
11. Dezember 2015, 17:33 Uhr
Den Verbandsligafußballern des VfB 1900 Gießen (im Bild Angreifer Kouami Edem D’Almeida, rotes Trikot) drohen finanzielle Einbußen, da zugesagt Gelder bislang ausgeblieben sind. (Foto: Peter Froese)

Ein Hauptsponsor bereite dem VfB 1900 Schwierigkeiten, berichtete am Mittwoch der Leiter der Fußballabteilung Uwe Stabel während einer Mitgliederversammlung. Dieser habe um den Aufschub einer eigentlich für Herbst zugesagten Zahlung auf das erste Quartal 2016 gebeten. Und ob die Summe dann tatsächlich fließen werde, sei fraglich. Laut VfB-Vorsitzendem Harald Wallbott gibt es darüber hinaus weitere »einzelne Zahlungsrückstände« von Gönnern und Sponsoren. »Wir müssen uns Gedanken machen über den Verlauf der Rückrunde.« Die Fußballer der 1. Mannschaft müssten zumindest zeitweise mit Einbußen in ihren Gehältern rechnen. Stabel erklärte, mit dem Team führe man in den nächsten Tagen Gespräche. »Wir hoffen auf Unterstützung der Mannschaft«, sagte er. Es werde »keine Entscheidung von oben herab geben.«

Ein Vereinsmitglied fragte, ob denn der Spielbetrieb gefährdet sei. Im schlimmsten Fall, antwortete Stabel, müsste man die Saison mit den Nachwuchsfußballern der U23 zu Ende spielen, sollte der 1. Mannschaft die gefundene Lösung nicht gefallen und sollten mehrere Spieler daher zu einem anderen Verein wechseln. »Der GAU ist aber nicht zu erwarten«, hielt Wallbott hielt fest, Besonnenheit sei nun vor allem geboten.

Der Vereinsvorsitzende kam derweil auf ein weiteres Problem zu sprechen. So gebe es immer noch finanzielle Rückstände vor dem Hintergrund des Hessenpokal-Finales im Mai. Man stehe mit dem Hessischen Fußball-Verband in Diskussionen über die Abrechnung. Um wie viel Geld es dabei geht, sagte Wallbott nicht. An der Mitgliederversammlung am Mittwoch nahm – von Beifall begrüßt – der komplette Mannschaftsrat des Verbandsliga-Teams teil.

In seinem Vorstandsbericht erklärte Wallbott, zum 2008 eingeweihten Kunstrasenplatz setze sich der VfB noch mit zwei Gerichtsverfahren auseinander. Bereits in dieser Woche könnte vor dem Oberlandesgericht Frankfurt ein Berufungsprozess nach der Klage eines Nachbarn wegen Lärmbelästigung zu einem Ende kommen. Am Gießener Landgericht streitet der Verein unterdessen um Schadensersatzansprüche wegen schweren Baumängeln. Seit über vier Jahren bereits weisen die Stufen der Stehtribüne neben dem Kunstrasenplatz Schäden auf. Strittig sei, berichtete Wallbott, ob dafür nun das Planungsbüro oder die ausführende Baufirma verantwortlich sei. Einen Vergleichsvorschlag des Gerichts über 15000 Euro habe man abgelehnt.

Ein kurzes Thema war am Mittwochabend auch eine mögliche Fusion mit Hessenligist SC Teutonia Watzenborn-Steinberg. Hierzu habe es bislang vonseiten des Vorstands weder Konzepte noch »offizielle Gespräche« mit Teutonia Watzenborn-Steinberg gegeben, erklärte Wallbott.

Trotz aller finanziellen Schwierigkeiten könne die finanzielle Situation des Vereins als »ausgeglichen« bezeichnet werden, sagte der Vorsitzende. Allerdings habe man noch Verpflichtungen aus der Errichtung des Kunstrasenplatzes zu bedienen. Zur Höhe machte er keine Angaben. Welche Folgen die Probleme der vergangenen Jahre nach sich ziehen, brachte derweil ein Vereinsmitglied auf den Punkt: der VfB ernte »ein sauschlechtes Image«.

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