24. August 2010, 21:00 Uhr

Gedenktafeln enthüllt zur Erinnerung an Elias Metschnikoff

Gießen (ck). Zum Gedenken an den großen Wissenschaftler Elias Metschnikoff wurden am Dienstag zwei Gedenktafeln enthüllt: die eine an der Engel-Apotheke, die andere an der Hauptpost in der Bahnhofstraße, wo früher das Zoologische Institut untergebracht war.
24. August 2010, 21:00 Uhr
Im Beisein von (v. r.) Prof. Christa Habrich, Pia Lang, Prof. Gregor Bein, Direktor des Instituts für Klinische Immunologie und Transfusionsmedizin der Universität, und Stadtarchivar Dr. Ludwig Brake enthüllt OB Dietlind Grabe-Bolz den Gedenkstein an der Hauptpost. (Foto: Schepp)

Bei der Enthüllung des Steins mit Plakette in der Bahnhofstraße hob Oberbürgermeisterin Dietlind Grabe-Bolz vor allem hervor, dass der 1845 bei Charkow in der Ukraine geborene Metschnikoff die Beobachtungen als gerade einmal 20-Jähriger Student gemacht habe. Bei der mikroskopischen Untersuchung eines Plattwurms war er auf die intrazelluläre Verdauung durch Fresszellen gestoßen. Die Entdeckung der Rolle der weißen Blutkörperchen auf verschiedenste Krankheitserreger hatte ihm - wie auch seine Arbeiten zur Bekämpfung und Heilung der Cholera - zusammen mit Paul Ehrlich 1908 den Nobelpreis für Medizin eingebracht. Metschnikoff starb 1916 in Paris.

Bereits 2007 hatte die Pharmahistorikerin Prof. Christa Habrich die Schautafeln bei der Feier des 400. Geburtstages der Justus-Liebig-Universität im Mathematikum vorgestellt. Die Anbringung hatte sich dann jedoch in die Länge gezogen, da sich die Fassade der Hauptpost nicht dafür eignete. Später hatte der Verkauf des Gebäudes die Umsetzung weiter verzögert. Letztlich gab der neue Eigentümer sein Einverständnis dazu, einen Stein mit Plakette vor dem Ostflügel aufzustellen, wo früher das Anatomiegebäude der Universität stand, in dem das Zoologische Institut sein Domizil hatte. Das Haus war 1944 zerstört worden.

Habrich, die wie Prof. Robert Glaser - der durch seine Recherchen Metschnikoff aus der jahrzehntelangen Vergessenheit in Gießen hervorholte - das Projekt vorangetrieben hat, hob am Dienstag auch die Verdienste des ehemaligen Gießener Kulturdezernenten Dr. Reinhard Kaufmann hervor, der sich während seiner Amtszeit sehr um die Anbringung der Gedenktafeln bemüht habe.

Apothekerin Pia Lang von der Engel-Apotheke zeigte sich stolz über die Plakette, die nun auch an dem markanten Gebäude am Marktplatz 8 hängt. Sie erinnerte daran, dass Metschnikoff, der heute als Mitbegründer der Immunologie gilt, damals als 20-jähriger Student bei der Kaufmannsfamilie Wallach gewohnt habe.

Grabe-Bolz dankte abschließend allen am Projekt Beteiligten. Auch ihr sei der Name Metschnikoff zuvor nicht bekannt gewesen. Mit dem Gedenkstein wolle die Stadt an den berühmten Forscher erinnern und zudem die Rolle würdigen, die das Zoologische Institut der Universität Gießen in der entscheidenden Phase der Entwicklung der Phagozyten-Theorie gespielt habe.



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