20. Juni 2019, 18:01 Uhr

Geben ist seliger denn Haben

20. Juni 2019, 18:01 Uhr
Hunderte Katholiken sind zugegen bei der Fronleichnams-Prozession vom Kirchenplatz zur St. Albertus-Kirche. (Foto: csk)

Selbstkritik schadet bekanntlich nie. Schon gar nicht, wenn sie den Weg zum richtigen Verhalten weist. »Wir Katholiken sind fromm im Haben«, stellt Pfarrer Hermann Heil am Donnerstag während des Gottesdienstes zu Fronleichnam auf dem Kirchenplatz fest. In seiner Predigt rückt er dagegen das Geben in den Mittelpunkt - getreu dem Leitwort aus dem Evangelium des Tages: »Gebt ihr ihnen zu essen.«

Zum »Hochfest des Leibes und Blutes Christi« ergründet Heil die Bedeutung der Kommunion: »Wir empfangen etwas, um selbst etwas zu geben«, sagt er und erinnert die 700 Besucher des Freiluftgottesdienstes an ihre alltägliche »Sendung« und ihren »Auftrag«: Sie alle sollten nach dem Willen Gottes für ihre Mitmenschen »ein Segen sein«, sollten »einschreiten«, wo immer ihre Hilfe gefragt sei.

Organisiert wurde der Gottesdienst erneut von den katholischen Pfarrgemeinden St. Bonifatius, St. Albertus mit Heuchelheim, Maria Frieden und St. Thomas Morus sowie von der Katholischen Hochschulgemeinde und den katholischen Christen aus Spanien, Italien, Polen und Kroatien. In einer Prozession geleiteten die Gläubigen die Monstranz über Walltorstraße, Asterweg und Nordanlage zur St. Albertus-Kirche, wo der Gottesdienst mit dem »Te Deum« endete.

Doch ehe es so weit war, feierten sie etwa 90 Minuten gemeinsam im Herzen der Stadt. Bei strahlendem Sonnenschein und angenehmen Temperaturen trug der morgendliche Wind den Weihrauch über den Kirchenplatz, als Pfarrer Hans-Joachim Wahl (St. Bonifatius) die Anwesenden begrüßte. Es folgten Lesungen aus dem Buch Genesis sowie aus der Apostelgeschichte - und schließlich die Feier der Eucharistie.

Das Evangelium des Tages berichtete von der »Speisung der Fünftausend«. »Gebt ihr ihnen zu essen«, fordert Jesus seine Jünger darin auf, obwohl sie nur fünf Brote und zwei Fische haben. Am Ende, so erzählt es die Bibel, stehen 5000 satte Männer - Frauen und Kinder nicht eingerechnet - und zwölf Körbe voller Brot. In seiner Predigt spannt Heil den Bogen zum Hier und Jetzt: »Was wir von Gott bekommen, das dürfen wir teilen«, betont er. Gehe es um das Geben und nicht mehr um das Haben, so die Botschaft, reiche selbst der kleinste Brotvorrat für alle. »Das Evangelium sagt: Gebt!«, folgerte Heil.

Begleitet wurde der Gottesdienst von einem eigens zusammengestellten Chor aus allen teilnehmenden Gemeinden. Dazu spielte eine Bläsergruppe, die ebenfalls extra für den Festgottesdienst zusammengekommen war. Die musikalische Gesamtleitung übernahm Regionalkantor Michael Gilles.

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