26. Februar 2008, 23:24 Uhr

Für eine Fusion, aber gegen die Verlegung

Gießen (ta). »Trotz Fusion - der Standort muss bleiben!«. Unter dieser Überschrift hat die Mitarbeitervertretung (MAV) der Pneumologischen Klinik Waldhof Elgershausen soeben eine Unterschriftensammlung begonnen, in der sie die Bürgerschaft um Unterstützung für ihren Protest gegen den mittelfristig geplanten Umzug der Fachklinik zum Standort des Evangelischen Krankenhauses in Gießen bittet.
26. Februar 2008, 23:24 Uhr

Zugleich verbreitete die MAV gestern einen Offenen Brief, in der sie inbesondere dem Waldhof-Geschäftstührer Bernd Weber »unsinnigen Aktionismus« vorwirft.

Wie Anfang des Monats berichtet, haben der diakonische Unternehmensverbund Agaplesion, zu dem die Greifensteiner Klinik gehört, und der Verein für Kranken-, Alten- und Kinderpflege zu Gießen als Träger des »EV« rückwirkend zum1. Januar die Evangelische Krankenhaus Mittelhessen gGmbH gegründet. Deren Ziel ist es, das Gießener Krankenhaus gründlich zu renovieren und durch einen Anbau für Lungenheilkunde zu vergrößern. Dieses Vorhaben hat - wie gestern gemeldet - auch der Lahn-Dill-Kreis in einem Schreiben an das hessische Sozialministerium scharf kritisiert. Angeblich hat Agaplesion für die geplanten Baumaßnahmen in Gießen Landeszuschüsse von 30 Millionen Euro beantragt.

»Das ist nun der zweite untaugliche Versuch innerhalb von drei Jahren, die in der Region Greifenstein seit über 100 Jahren ansässige Lungenfachklinik an eine zweite wirtschaftlich instabile Klinik zu binden«, heißt es in dem MAV-Brief unter Anspielung auf das Scheitern der zunächst geplanten Fusion mit dem Krankenhaus Braunfels. Obwohl Geschäftsführer Weber damals in der Öffentlichkeit heftig kritisiert worden sei, »inszeniert er nun den zweiten Akt seines Schauspiels �Waldhofs Ende�«.

Entgegen der Prognosen der Geschäftsführung sei der Waldhof immer noch kerngesund; die Klinik schreibe selbst in den erschwerten Zeiten der Unternehmensführung von Krankenhäusern und entgegen der landläufigen Meinung, das gesundheitliche Heil liege nur in sogenannten Gesundheitszentren oder Krankenhausverbünden, hochschwarze Zahlen, betont die MAV. Dies liege an den Mitarbeitern, »die Qualitätsarbeit erbringen und dafür gesorgt haben, dass dieses Pneumologische Fachkrankenhaus einen so guten Ruf weit über die hessischen Grenzen hinaus in ganz Deutschland besitzt. « Die Lungenkranken spürten, dass an diesem Standort in unbelassener Natur noch etwas ganz Besonderes mit ihnen geschieht, dass in dieser Klinik auf der Basis von höchsten Sachstandards noch ganz persönlich auf sie eingegangen werde, sie hier noch kranke Menschen und keine Kunden mit Nummern seien und deshalb die Medizin in diesem Umfeld überhaupt erst wirken könne.

»Mit der fahrlässigen Politik der Geschäftsführung« würden keine Arbeitsplätze gesichert, sondern aufs Spiel gesetzt, heißt es in dem Brief weiter. Man könne nur hoffen, dass die Evangelische Kirche in Hessen und Nassau, die mitverantwortlicher Träger des Waldhofs sei, ihre bisherige Zurückhaltung aufgebe »und dem unsinnigen Aktionismus der von ihr eingesetzten Geschäftsführung klare Grenzen setzt«.

Ihre Hoffnung setzt die MAV auch darauf, dass das Land Hessen nicht ohne Weiteres die Millionen für den Neubau in Gießen bewilligen wird. Schließlich befinde sich die Klinik in Greifenstein nicht nur in einem komplett renovierten Zustand, sondern sei auch mit Medizintechnik vom Feinsten ausgestattet.



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