03. November 2017, 20:13 Uhr

Freundschaften geknüpft

03. November 2017, 20:13 Uhr
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Aus der Redaktion
Martin Gärtner dirigiert das deutsch-israelische Kammerorchester mit Chor. (Foto: kdw)

Gießen (kdw). Ein geradezu herzerwärmendes und auch sonst herausragendes Konzert erlebten die Besucher mit dem deutsch-israelischen Jugendkammerorchester aus der Partnerstadt Netanya am Donnerstag im Rathaus. Mit dem Orchester machte der Kinder- und Jugendchor des Stadttheaters einen Eindruck. Die Leitung hatten Noa Eliezer-Shelef und Martin Gärtner; das Publikum im sehr gut besuchten Saal war hingerissen.

Das beruhte auf den exzellenten Leistungen der jungen Musiker. Schon der Auftakt mit drei Sätzen aus Georg Philipp Telemanns Suite »La Bizarre« zeigte das Niveau des Konzerts. Das war mit Schwung und differenziert musiziert und klang einfach schön. Gleich ein Glanzlicht des Abends.

Veranstalter waren die Stadt Gießen, die Gemeinde Buseck, die Musikschule Busecker Tal und die Musikschule Gießen. Das Orchester besteht aus Schülern der beteiligten Musikschulen sowie der Musikschule Netanya in Israel, einer Partnerstadt Gießens.

»Durch die Partnerschaft sind viele Freundschaften entstanden«, sagte Oberbürgermeisterin und Kulturdezernentin Dietlind Grabe-Bolz in ihrem Grußwort und beglückwünschte die Musiker zu ihrer Leistung.

Die Leiterin der Musikschule Gießen, Katja Marauhn, wies auf die Partnerschaft der Städte hin, die den Austausch der jungen Musiker möglich gemacht habe: »Ich hoffe, dass diese Entwicklung weitergehen wird.« Erfreut dankte auch Aldi Hlavin, Leiterin des Fachbereichs Streicher und stellvertretende Leiterin des Konservatoriums Netanya, für die Einladung und fürsorgliche Betreuung der Gäste.

Ein Leckerbissen war auch der zweite Teil mit Charles-Auguste de Beriots »Scene de Ballet« in der Fassung für Violine und Klavier. Solistin Sarika Kanse von der Musikhochschule Frankfurt überzeugte mit souveränem Ausdruck und schönem Schmelz. Martin Gärtner begleitete sie – ein wunderbares Duo, das enormen Beifall verdiente.

Drei Sätze aus Peter Warlocks »Capriol Suite« erwiesen sich als nächster Höhepunkt. Dem flüssig und mit überzeugender inhaltlicher Kraft musizierten Satz (Jig) aus Gustav Holsts »St. Paul’s Suite« folgte das Heimatlied »Hoy artzi moladety«. Dies vermittelte anschaulich und berührend authentisch die folkloristische Seite der israelischen Musik, kein Problem für das Orchester.

Gemeinsam mit dem Orchester und geleitet von Martin Gärtner, sang der Kinder- und Jugendchor zwei deutsche Volkslieder, »Wenn alle Brünnlein fließen« und »Der Mond ist aufgegangen«. Das erklang glasklar und mit spürbarer Emotion, dazu fabelhaft geschlossen. Den Glanzpunkt des Abends setzte das Medley aus Marc Shaimans Musical »Sister Act«. Hier machten die Jugendlichen noch deutlicher, wie anrührend gefühlvoll und musikalisch intensiv sie zu agieren wissen; toll. Für die perfekte Abrundung sorgte das sicher zuarbeitende Orchester. Das Publikum war restlos begeistert.



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