28. März 2017, 21:45 Uhr

Freude über Sonntagsschutz

28. März 2017, 21:45 Uhr

Die Zahl der verkaufsoffenen Sonntage in Gießen wird von »ehemals vier auf maximal drei pro Jahr reduziert«. Das hat Dekan Frank-Tilo Becher den knapp 70 Gemeindevertretern bei der Synodaltagung des evangelischen Dekanats Gießen in der Gießener Paulusgemeinde mitgeteilt. Die »Allianz für den freien Sonntag« aus Kirchen und Gewerkschaft Verdi habe darüber in den letzten Monaten Gespräche mit der Stadt Gießen geführt. Nun sei es Aufgabe der Stadtverwaltung, die vom Handel gewünschten Sonntagsöffnungen zu prüfen und an den gesetzlichen Vorgaben zum Sonntagsschutz zu messen.

Denkbar sind nach Ansicht von Becher bisher Verkaufsöffnungen zu den Festen Sport in der City und Krämermarkt. Allerdings sollten die Gestaltung und der Umfang dieser Feste und der von ihnen ausgelöste Besucherstrom Anlass für begleitende Verkaufsöffnungen sein. »Ein bloßes wirtschaftliches Umsatzinteresse des Handels genügt nicht«, um Ausnahmen vom gesetzlich geschützten Sonntag zu machen.

Als Erfolg des Engagements für den Sonntagsschutz wertete Becher auch, dass die Sonntagsallianz die Städte Gießen, Wetzlar und Marburg in eine »vernetzte Perspektive« eingebunden habe, um dem Argument der einseitigen Beschädigung eines Wirtschaftsstandortes zu begegnen. Die Dekanatssynode hatte seit über drei Jahren gefordert, die Sonntagsruhe zu gewährleisten.

Die Dekanatssynode verabschiedete außerdem den Haushalt des Dekanats und befasste sich mit der Zukunft der Evangelischen Familien-Bildungsstätte (FBS). Der Dekanatsvorstand hat die Bereitschaft erklärt, die Trägerschaft für die Einrichtung zu übernehmen. Der jetzige Träger, der Verband der Evangelischen Frauen in der Evangelischen Kirche in Hessen und Nassau (EKHN), sehe sich dazu nicht mehr in der Lage, berichtete der Dekanatsvorsitzende, Gerhard Schulze-Velmede. Eine Wirtschaftsprüfung habe ergeben, dass die Einrichtung über eine tragfähige finanzielle Basis verfüge. Schulze-Velmede teilte außerdem mit, dass die Verwaltung der EKHN zugesagt habe, bei Übernahme der Einrichtung durch das Dekanat gesamtkirchliche Zuweisungen unverändert zu zahlen und entstehende Kosten für die Übertragung der Trägerschaft zu übernehmen.

FBS-Leiterin Christiane Hegemann berichtete, dass im vergangenen Jahr mehr als 700 Veranstaltungen, Seminare und Kursreihen von knapp 6800 Teilnehmenden besucht worden seien. Schwerpunkte seien Vorbereitungen auf die Geburt, die Erziehung von Kindern und Jugendlichen, das Zusammenleben in der Familie, Gesundheitsförderung, Haushaltsführung oder die Gestaltung von Freizeit auch für ältere Menschen. Viele der Angebote finden zurzeit in den angemieteten Räumlichkeiten in der Nordstadt, Am Wingert, oder in Kirchengemeinden wie auch evangelischen Kindertageseinrichtungen statt. Die Einrichtung wurde vor 55 Jahren zunächst als evangelische Mütterschule gegründet und wandelte sich im Lauf der Zeit zur modernen Familien-Bildungsstätte auch für Väter.

In seinem Bericht an die Dekanatssynode hatte Schulze-Velmede darauf verwiesen, dass sich die Situation in der Flüchtlingsarbeit normalisiert. Allerdings gebe es weiterhin einen hohen Bedarf an Verfahrensberatung für Asylsuchende, in dem das Dekanat mit mehreren Mitarbeitenden tätig ist. Schulze-Velmede berichtete außerdem darüber, dass die Dekanatsleitung die Neustrukturierung der elf Gießener Stadtgemeinden angestoßen habe. Sie haben mehr als 25 000 Gemeindemitglieder. Das nächste Treffen mit den beteiligten Gemeinden findet am 20. April im Bürgerhaus Wieseck statt.

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