06. November 2014, 22:08 Uhr

Förderverein blickt auf »tollen Sommer« zurück

Gießen (cst). »Ein toller Sommer liegt hinter uns und die Stadt hat neuen Schwung bekommen«, freute sich Wilfried Behrens, Vorsitzender des Fördervereins Landesgartenschau, über das Anfang Oktober zu Ende gegangene Großereignis.
06. November 2014, 22:08 Uhr

Bei der Berichterstattung zur fünften hessischen Landesgartenschau zog der Vorstand vor den rund 50 erschienenen Mitgliedern Bilanz, schwelgte bei einem Film in Erinnerungen und präsentierte seine Pläne für die Zukunft. »Denn«, so findet Vorstandsmitglied Axel Pfeffer, »die Landesgartenschau war ein Schub, den wir in den letzten 50 Jahren nicht gehabt haben – diese Euphorie müssen wir jetzt mitnehmen.«

Seine Vorstandskollegin Bürgermeisterin Gerda Weigel-Greilich fand es bei ihrer Bilanz »komisch, nach einem so emotionalen Highlight die Fakten vorzutragen.« Doch obwohl jede Feier einmal zu Ende gehen müsse, fiel das Fazit der Aufsichtsratsvorsitzenden der Landesgartenschau Gießen GmbH durchweg positiv aus. »Alle meine Vorstellungen für die Landesgartenschau sind für die Stadt Gießen in Erfüllung gegangen.« So habe man die Stadtentwicklung vorangetrieben und besonders in der Wieseckaue viel geleistet. Der Schwanenteich sei entschlammt worden, die Parkwege saniert, die Oberlache renaturiert und Spielstätten sowie ein Skatepark geschaffen worden. Der Quellgarten diene der »Öffnung zur Nordstadt und »wir haben die Lahnaue stärker in die Stadt geholt. « Auch hätte es über 20 Millionen Euro private Investitionen gegeben, zum Beispiel in den Mühlengarten sowie den geplanten Lahntower. Der Christoph-Rübsamen-Steg sei für sie ein »Highlight« der Gartenschau gewesen. Außerdem sei mit der Ausgrabung am Kirchenplatz »Stadtgeschichte neu geschrieben worden« – wenn auch »unbeabsichtigt«. Der Platz solle zukünftig als »Keimzelle des historischen Gießens dienen« und saniert werden. Auch das finanziell größte Projekt, die Sanierung des Bahnhofsvorplatzes, wäre ohne die Landesgartenschau wohl nicht durchgeführt worden. Überrascht habe sie hingegen, dass eine Dynamik und ein Gefühl für den runderneuerten Stadtpark bei den Gießener Bürgern entstanden sei.

Um den Gießenern die Gartenschau ins Bewusstsein zu rufen, unternahm der Förderverein viele Maßnahmen. Zum einen organisierten die Mitglieder knapp 9000 Kunstleitpfosten, die die Straßen Gießens säumten. »Über 40 000 Menschen waren damit beschäftigt«, schätzt Behrens. Auch der Spielplatz an der Lahn sei zum Teil mit Spenden finanziert und realisiert worden. Triste und marode Mauern wurden in Zusammenarbeit mit Künstlern verschönert, und das Hochzeitsbrückchen sei zwecks Wiederverwendung restauriert worden. Till Schürmann machte zudem einen Film über das Großereignis, dessen Premiere bei der Jahreshauptversammlung für schöne Erinnerungen sorgte.

Vorbild BUGA Koblenz

Anna Maria Schuster von den BUGA-Freunden Koblenz schilderte in einem Vortrag, dass für Fördervereine auch nach einer Gartenschau viel Arbeit wartet. So sei in Koblenz nach der Bundesgartenschau vor drei Jahren eine Nachfolgemarke entstanden: die Koblenzer Gartenkultur. »Wir haben drei Spielstätten, die bespielt werden wollen. Das machen wir mit non-profit-Veranstaltungen«, erklärte Schuster. So gäbe es etwa Lesungen, Dinner oder Konzerte an den ehemaligen Gartenschuaplätzen. Ihr Tipp an den Gießener Förderverein lautete: »Sie müssen Veranstaltungen etablieren und durchziehen.« So würden die BUGA-Freunde in Koblenz dafür sorgen, dass »der BUGA-Gedanke lebendig bleibt.«

In Vorstandsmitglied Pfeffer fand sie einen idealen Ansprechpartner. Er sei erschrocken und begeistert zugleich über den Bericht Schusters. »Wie sollen wir das alles schaffen, was sie schon geschafft haben?«, fragte er. Eine Antwort lieferte er jedoch nach. Der Vorstand des Vereins plane vier Projektgruppen. In Teams zu Grünflächen, Events, Marketing/Sponsoring und Korridore wolle man besonders den »tollen Stadtpark mit Leben füllen.« Zudem sollen die Innenstadt, die Lahnaue und die Nordstadt gepflegt werden. In einem flammenden Appell versuchte Pfeffer die Mitglieder für ein Engagement zu bewegen: »Wenn die Flächen verrotten, geben wir Wasser auf die Mühlen der Leute, die uns zehn Jahre lang das Leben schwer gemacht haben.«



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