29. August 2014, 18:58 Uhr

Florian Ziemen verlässt das Stadttheater

Vor zwei Jahren ist er gekommen, nächstes Jahr will er wieder gehen: Florian Ziemen, Erster Kapellmeister sowie stellvertretender Generalmusikdirektor des Stadttheaters, verlässt Gießen nach der aktuellen Saison. Sein Vertrag läuft zum Herbst 2015 ab.
29. August 2014, 18:58 Uhr
Florian Ziemen sagte vor zwei Jahren: »In Gießen kann ich alle Sparten dirigieren.« Jetzt will er »frei sein«. (Foto: Red)

»Auf mich kommen diverse Projekte zu«, begründet er seinen Entschluss. »Ich freue mich, frei und mein eigener Herr zu sein.« Die Entscheidung, den Vertrag, der bisher jährlich erneuert worden sei, nicht mehr zu verlängern, sei allein seine Entscheidung gewesen, die er über die Sommerpause hinweg getroffen habe.

Welche Projekte er genau in Angriff nehmen will, verrät der Dirigent noch nicht. Nur so viel: »Während ich in Gießen tätig war, hatte ich einige Gastauftritte, zum Beispiel beim Badischen Staatstheater in Karlsruhe, bei der Komischen Oper Berlin oder in Montreal. Aufgaben wie diesen will ich mich künftig vermehrt zuwenden.«

Doch auch familiäre Gründe fallen bei seiner Entscheidung ins Gewicht, sagt Ziemen. Der derzeit in Gießen lebende Dirigent freue sich darauf, nach Ende der Vertragslaufzeit zu seiner Familie nach Mannheim zu ziehen. Ziemen betont auch, dass der Beendigung des Vertragsverhältnisses ein »nettes Verhandeln« zugrunde liege: »Wir haben uns gut geeinigt.«

Auch Intendantin Cathérine Miville und Generalmusikdirektor Michael Hofstetter teilen in einer Pressemitteilung mit, dass sie Ziemens Schritt zwar bedauern, ihn jedoch verstehen und anerkennen. Den musikalischen Neubeginn des Hauses unter Hofstetter habe Ziemen durch die von ihm geleiteten Musiktheaterproduktionen und Sinfoniekonzerte maßgeblich und erfolgreich mitgeprägt, schreiben sie. Zudem heißt es, Ziemen werde dem Haus künftig als Gastdirigent verbunden bleiben. Über konkrete Vorhaben äußerte sich Ziemen noch nicht.

Sein Vertragsverhältnis im Stadttheater begann 2012, als er aus Bremen kam. Damals sagte er zu seinem Wechsel: In Gießen habe er hoch motivierte Musiker vorgefunden. Eine weitere Begründung: »Auch weil ich hier alle Sparten dirigieren kann.« Er äußerte zudem, dass Michael Hofstetter zu seinen Vorbildern gehöre.

Ziemen studierte in seiner Heimatstadt München – wo er unter anderem Produktionen an der Bayerischen Theaterakademie leitete – und anschließend an der Londoner Royal Academy of Music. Dort beendete er sein Studium mit den Schwerpunkten Klavier und Dirigieren als Master of music. Im Anschluss gelangte er ans Essener Aalto-Musiktheater unter Stefan Soltesz, erst als Solorepetitor, dann als Zweiter Kapellmeister. Mehr als 100 Vorstellungen dirigierte er dort. Danach führte ihn sein Weg ans Theater Bremen. Neben den Essener und Bremer Philharmonikern stand Ziemen bei den Bochumer Symphonikern, den Bergischen und den Münchener Symphonikern am Pult.

Am kommenden Dienstag startet Ziemen seine letzte Gießener Konzertsaison. Unter seiner Leitung spielt das Philharmonische Orchester ein Sinfonisches Fragment Franz Schubert sowie Werke von Igor Strawinsky und Ludwig van Beethoven. Beginn ist um 20 Uhr im Großen Haus. sda

Schlagworte in diesem Artikel

  • Badisches Staatstheater
  • Cathérine Miville
  • Franz Schubert
  • Kapellmeister
  • Ludwig van Beethoven
  • Philharmonisches Staatsorchester Bremen
  • Schlagwort zu
    Meine Themen

    Sie haben bereits 15 Themen gewählt

    Sie folgen diesem
    Thema bereits

Klicken Sie auf ein Schlagwort, um es zu „Meine Themen” hinzuzufügen oder weitere Inhalte dazu zu sehen.


0
Kommentare | Kommentieren

Bilder und Videos