17. Oktober 2019, 11:00 Uhr

Gießener im TV

Feuerwehrleute aus Gießen in Doku-Soap im TV

Dass die Feuerwehrmänner und -frauen aus Gießen Helden sind, war schon immer klar. Nun sind aus ihnen sogar TV-Stars geworden. Sie sind ab sofort dienstags in einer Doku-Serie zu sehen.
17. Oktober 2019, 11:00 Uhr
So sehen TV-Stars aus: Die Wachabteilung zwei der Gießener Berufsfeuerwehr spielt in der neuen Staffel von »112 - Feuerwehr im Einsatz« eine wichtige Rolle. (Foto: csk)

Ausnahmsweise löschen sie nur den Durst. Dabei brennen die vielen Feuerwehrmänner und Feuerwehrfrauen durchaus, die sich am Dienstagabend in Saal 5 des Kinopolis versammelt haben. Und zwar auf eine Premiere: Gleich werden sie hier auf der Leinwand zu sehen sein und parallel deutschlandweit in ungezählten Wohnzimmern. Für die Serie »112 - Feuerwehr im Einsatz« hat der Fernsehsender DMAX die Gießener Berufsfeuerwehr einige Monate im Alltag begleitet. Den Auftakt der dritten Staffel, an der sie beteiligt sind, schauen die Brandschützer gemeinsam als Kino-Livestream.

Schon weit vor Sendebeginn um 22.15 Uhr erreichen die »TV-Stars« ihren Einsatzort. Es gibt reichlich zu tun: Das Posieren für Erinnerungsfotos gehört dazu, Fachsimpelei, die Suche nach besten Plätzen. Kersten Nette, Abteilungsleiter Gefahrenabwehr, resümiert unterdessen die Erkenntnisse aus dem Projekt. Der Anfrage sei man Ende 2018 etwas skeptisch begegnet, räumt er ein. Positive Rückmeldungen von Wehren, die schon Erfahrungen mit der Produktionsfirma »Filmreif TV« gemacht hatten, förderten ein Umdenken. Letztlich hätten sich die Berichte der Kollegen bestätigt, sagt Nette.

Um einen authentischen Blick hinter die Kulissen zu erhalten, war ein vierköpfiges Filmteam immer wieder tageweise vor Ort. Anhand echter Einsätze dokumentierte es das Wirken der Gießener Feuerwehrleute, speziell der Wachabteilungen eins und zwei. Die lieferten außerdem eigenes Material, weil sie bei der Arbeit sogenannte Bodycams trugen.

Zur Premiere am Dienstag sind auch Oberbürgermeisterin Dietlind Grabe-Bolz und Bürgermeister Peter Neidel im Kinopolis anwesend. Beide betonen, wie gespannt sie seien. »Heute ist ganz großes Kino«, findet Grabe-Bolz. Neidel freut sich, »richtig nah an Ihre Arbeit ranzukommen«. Feuerwehrchefin Martina Klee verbindet noch eine andere Hoffnung mit der TV-Serie. Sie wünscht, »dass wir Menschen für den Beruf Feuerwehr begeistern«. Dann beginnt die Vorführung. Denken alle. Der Schluss von »Austausch-Cops - Einsatz im Ausland« steigert aber nur die Vorfreude.

Gemeinsames Sportabzeichen?

»112« begleitet zunächst die Feuerwehr Flensburg. Sie rettet des Nachts einen Betrunkenen aus einer Böschung. Schnitt - »Mittagszeit in Gießen«. In einem Haus haben Rauchmelder Alarm geschlagen. Die Helfer eilen sofort hin - kommen aber nicht rein. Sie mache bloß Pizza, erklärt die Bewohnerin dem perplexen Einsatzleiter Markus Bohl. Ob er sich einen Eindruck verschaffen dürfe? Nein, darf er nicht. Schließlich überreden Polizisten die Dame, zu öffnen. Alles roger, Abzug und Tschüss. »Das ist die erste Frau, die mich nicht in ihre Wohnung lässt«, witzelt Bohl.

Es folgen mehr oder minder aufregende Einsätze der Wehren in Saarbrücken, Hagen und eben Flensburg, die obligatorische Werbung und irgendwann die zweite und letzte Fünf-Minuten-Sequenz aus Gießen. Diesmal ist Mittwochabend. Ein Brand? Nein, Zeit für Betriebssport. Während in Hagen brennende Reifen jeden Moment zu explodieren drohen und in Saarbrücken trotz aller Mühen ein Todesopfer zu beklagen ist, machen die Gießener - das Sportabzeichen. Könnte man als Fernsehzuschauer meinen.

Dem ist natürlich nicht so. Die Kollegen bei Hochsprung, Medizinball-Weitwurf und anderem zu beobachten, sorgt im Saal zwar für Heiterkeit. Was den Actionfaktor angeht, bleibt allerdings Luft nach oben. Die gefährlichen Einsätze steckten sicher in den nächsten Folgen, meint Nette. Außerdem gehe es ja um einen möglichst realistischen Einblick, nicht um Effekthascherei. Dienstags, um 22.15 Uhr, läuft »112 - Feuerwehr im Einsatz« auf DMAX. Und das noch viermal mit Gießener Beteiligung. Nach der Premiere ziehen die Einsatzkräfte aus dem Kinosaal ab. Sie verpassen die Folgesendung: »Outback Inferno - Feueralarm in Australien«.

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