01. September 2017, 20:00 Uhr

Fernbusbahnhof mit Nahverkehr

01. September 2017, 20:00 Uhr
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Von Burkhard Möller
Rechts von der Fußgängerbrücke entsteht das Jobcenter, links das zweite Parkhaus. (Foto: no)

Es geht rasant voran mit den Abriss- und Aufräumungsarbeiten am alten Güterbahnhof. Nachdem die Bundesagentur für Arbeit entschieden hat, dass das Gießener Jobcenter in einem Neubau auf der Westseite des Bahnhofs konzentriert wird, läuft der nächste Bauabschnitt, zu dem auch die Errichtung eines zweiten Parkhauses gehört. Der am Montag in der Sitzung des Magistrats nun zum Abschluss gebrachte Bebauungsplan »Güterbahnhof II« ebnet zwar auch den Weg zum Fernbusbahnhof, aber zu diesem Projekt sind entscheidende Fragen noch offen. Dies wurde am Dienstag in der Pressekonferenz der Stadtregierung deutlich. Es gibt bislang weder einen Investor, der den Bahnhof baut, noch einen Betreiber. Klar ist: Die Stadt wird investiv hier nicht in Vorleistung treten und den Bahnhof errichten, um danach einen Betreiber zu finden. »Dafür haben wir nicht das Geld, der ganze Prozess wird Hand in Hand gehen«, sagte Planungsdezernent Peter Neidel (CDU).

Kosten bei 3,5 Millionen

Der Bebauungsplan, der noch durchs Stadtparlament muss, enthält noch keine Detailplanung für den Haltepunkt an der Lahnstraße. Die erfolge später, im Plan selbst sei an der Stelle nur eine »Verkehrsfläche« festgesetzt worden, betonte Neidel. Dass es zuletzt im Bauausschuss trotzdem zu einer Debatte über Details der Verkehrsabwicklung im Fernbusbahnhof kam, liegt an der Machbarkeitsstudie. Sie schätzt die Kosten des Projekts auf 3,5 Millionen Euro und sieht unter anderem eine schräge Anordnung der Bussteige vor, aus denen rückwärts ausgeparkt werden müsste. Dies hatte für Kritik gesorgt. Neu ist, dass die Stadt der Anregung von ADFC, VCD und Stadtwerken gefolgt ist, wonach der Haltepunkt auch vom Nahverkehr angesteuert werden soll. Dadurch könne auch die Siedlung Margaretenhütte besser angebunden werden, sagte OB Dietlind Grabe-Bolz (SPD).

Neidel bekräftigte, dass die Stadt auch deshalb nach wie vor hohes Interesse an dem Projekt habe, weil damit der Fernbusverkehr, der momentan hauptsächlich den Haltepunkt Liebigstraße anfährt, aus der Innenstadt verschwinde. Damit die Fernbusse von der Autobahn einen direkten Weg in die Lahnstraße nehmen, wird sich am Süd- und Nordende in den nächsten Jahren baulich etwas tun. Im Süden geht es um die Aufweitung der beiden Eisenbahnbrücken, im Norden den Umbau der Kreuzung Lahnstraße/Heuchelheimer Straße/Gabelsberger Straße. Letzere Maßnahme soll beim Ausbau der Konrad-Adenauer-Brücke miterledigt werden. Dies wird nach Erwartung der Stadt vor dem Bau des Busbahnhofs geschehen. Die Kreuzung könne die aktuellen Verkehrsmengen zwar bewältigen, aber nicht, wenn die Lahnbrücke und die Lahnstraße zukünftig stärker befahren werden. Neidel sagte, die Stadt wolle den Fernbusverkehr »an einer Stelle abwickeln, wo wir es wollen.« Nicht glücklich ist der Magistrat nämlich auch mit dem »wilden« Haltepunkt am Autobahnzubringer Licher Straße, der weder über Unterstellmöglichkeiten noch Sanitäranlagen verfügt und oft wie eine Müllhalde aussieht.

Neuigkeiten gibt es zum zweiten Parkhaus. In ihm sollen nicht nur Bewohner der neuen Wohnblocks, Mitarbeiter und Besucher des Jobcenters sowie Gäste des geplanten Hotels parken können, sondern auch Bahnpendler. Daher wird das Parkhaus einen Zugang zur Fußgängerbrücke erhalten, die über die Gleise führt. Da zwischen der Pkw-Abstellanlage und den Gleisen ein Radweg zum Busbahnhof führen soll, rückt das neue Parkhaus noch näher an das bestehende.



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