Stadt Gießen

Familienzentrum gibt praxisnahe Hilfen für junge Eltern

Gießen (si). Jungen Familien beim Elternsein praxisnah zur Seite stehen: Das will das neue Familienzentrum am St.-Josefs-Krankenhaus. Krankenschwestern, Hebammen, Therapeutinnen, Stillberaterinnen und andere Fachfrauen werden dort Kurse rund um Schwangerschaft, Geburt und die »Zeit danach« anbieten.
25. August 2010, 22:56 Uhr
Wie trägt man Babys richtig? - das zeigt Fachfrau Bärbel Müller (l.) in einem der Kurse des Familienzentrums, hier mit Tragetuch
Wie trägt man Babys richtig? - das zeigt Fachfrau Bärbel Müller (l.) in einem der Kurse des Familienzentrums, hier mit Tragetuch und Puppe. Schwester Oberin Fabiola Manz, die stellvertretende Wochenbettstationsleiterin Gabriele Noack, Oberärztin Sivlia M. Ghasemi und St.-Josefs-Krankenhaus-Geschäftsführer Andreas Leipert (v. r.) schauen interessiert zu. (Foto: Schepp)

Die Räume befinden sich im dritten Stock des »Gesundheitszentrums Martinshof«, gestern wurde die Einrichtung offiziell eröffnet. Das Konzept haben Mitarbeiterinnen der geburtshilflichen Abteilung des in direkter Nachbarschaft stehenden Krankenhauses entwickelt. Das Angebot beginnt bei Kreißsaalbesichtigungen, umfasst Geburtsvorbereitungskurse, Hebammensprechstunden, Vorträge, etwa zum Thema »Stillen« (»Nahrung für Körper und Seele«), aber auch spezielle Veranstaltungen wie ein Tragetuchkurs (»Babys wollen getragen werden«) und indische Babymassage. An »werdende Schwester und Brüder« wendet sich ein spielerischer Kurs für Geschwisterkinder, Großeltern können sich bei einem Gesprächsabend über ihre neue Rolle nach der Geburt der Enkel austauschen, und auch für die Eltern von schreienden Babys und solchen in der Trotzphase gibt es Hilfen. Hinzu kommen ein Stillcafé, in einer kleinen Küche kann babygerechte Nahrung zubereitet werden. Die Veranstaltungen sind kostenpflichtig, in einigen Fällen werden die Gebühren zumindest teilweise von den Krankenkassen oder privaten Zusatzversicherungen übernommen.

Viele junge Eltern seien heute verunsichert, sagte Kliniks-Geschäftsführer Andreas Leipert vor den geladenen Gästen: heimischen Kinder- und Frauenärzten, Hebammen und Vertretern von Einrichtungen und Verbänden der Kinder- und Familienhilfe. Hier setze das Angebot an. Es sei nicht als Konkurrenz zu bestehenden Einrichtungen zu verstehen, sondern als Ergänzung, betonte Leipert.

Schon Babys würden heute »ängstlich beobachtet«, ob sie sich altersgemäß entwickelten. Einrichtungen wie das Familienzentrum hätten deshalb immer mehr auch die Aufgabe, Eltern zu entspannen, sagte Silvia M. Ghasemi, Oberärztin in der gynäkologischen und geburtshilflichen Abteilung des St.-Josephs-Krankenhauses. »Vieles, was früher selbstverständlich war, ist es heute nicht mehr«.

Ihren Worten zufolgen werden in dem katholischen Krankenhaus pro Jahr über 1000 Babys entbunden - mehr als in jeder anderen Klinik in Gießen.

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