02. Juni 2017, 21:55 Uhr

Wort zum Sonntag

Fake News – Wenn Lügen in Mode kommt

02. Juni 2017, 21:55 Uhr

»Wenn Sie Zeit hätten, könnten Sie bitte in mein Büro kommen?« Eine höfliche Bitte. Dumm nur: kommt vom Chef. Adrenalin. Was will er? »Selbstverständlich!« Alles stehen und liegen lassen. Luftholen. Platznehmen. »Da wäre etwas zu klären.« Eine Beschwerde. Über mich. Hammerhart. Verstehe ich nicht. Dann wird klar: Ein Kollege hat mich angeschwärzt. Hat übertrieben. Kreativer Umgang mit der Wahrheit. Zu meinem Schaden. Ein Stich ins Herz. »So war es nicht!« Versuch, es richtigzustellen.

Gedankenchaos. Was hat mein Kollege gegen mich? Warum hat er nicht mich angesprochen? Bin tief enttäuscht. Einsam.

Zu Hause. Ein Blick in die Zeitung. Fake-News-Attacke gegen Bundeswehr. Unsere Soldaten hätten in Litauen eine Minderjährige vergewaltigt. Professionell konzertierte Aktion zur Verunglimpfung deutscher NATO-Soldaten. Gerüchte und Anschuldigungen. Litauische Regierung stellt klar: Einen solchen Vorfall gab es nicht!

Kein Einzelfall. Donald Trump twittert gegen »Fake News«. Beschimpft auch Bundeskanzlerin. Wer hat recht? Lügen kommt in Mode. Bleibt nicht immer etwas hängen? Und wenn ich betroffen bin? Werde ich damit fertig?

Trost in Gottes Güte

Ein Beispiel aus der Bibel: Vor 3000 Jahren hat jemand König David übel mitgespielt. In einem Lied beschreibt er seinen Verleumder (Psalm 52): »Was prahlst du so mit deiner Bosheit, du großer Held? Alles, was du im Sinn hast, ist das Verderben anderer, deine Zunge gleicht einem geschliffenen Schermesser, du Betrüger! Du liebst das Böse und nicht das Gute, die Lüge mehr als das ehrliche und hilfreiche Wort. Mit deinen Worten Unheil anzurichten – das gefällt dir, du betrügerisches Großmaul!« Wie geht David damit um? Er vertraut darauf, dass Gott gerecht ist. Der wird sich darum kümmern.

Zudem findet David Trost in Gottes Güte. Er sagt: »Ich gleiche einem Ölbaum, der beim Haus Gottes grünt und blüht, immer und ewig vertraue ich auf Gottes Güte. Ich werde dir, Herr, ewig danken für das, was du getan hast. Voll Zuversicht hoffe ich auf dich, ja, dein Name steht für einen gütigen Gott.« David wird getröstet. Lernt Vertrauen. Es kann dauern. Aber es lohnt sich.

1000 Jahre später beschreibt der Apostel Paulus diesen »Gott allen Trostes« so: »Er ist ein Vater, der sich erbarmt, und ein Gott, der auf jede erdenkliche Weise tröstet und ermutigt.« (2 Kor. 1) Jesus Christus selbst verheißt seinen Nachfolgern den Heiligen Geist als Tröster. Daran erinnert Pfingsten.

Mit dem Chef konnte ich die Verleumdung klären. Mit dem Kollegen ist noch nicht alles im Lot. Doch ich kann es ertragen, da ich Gottes Güte erfahren durfte. Echten Trost. Das wünsche ich auch Ihnen. Gesegnete Pfingsten!

Johannes Kaisser,

Evangelische Allianz Gießen

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