12. Juli 2017, 10:46 Uhr

Auftritt an Uni

FDP-Chef Lindner lockt 500 Studierende an

Die Chancen der Digitalisierung waren sein Hauptthema. Die Zuhörer von Christian Lindner erfuhren aber auch, was ihn von Emmanuel Macron unterscheidet.
12. Juli 2017, 10:46 Uhr
Christian Lindner bei seinem Auftritt vor Gießener Parteifreunden und rund 500 Studierenden. (Foto: Schepp)

Fast scheint es so, als zelebriert der Gast aus der Bundespolitik sein Motto, wonach der Einzelne zählt, auch persönlich. Nur begleitet vom FDP-Kreisvorsitzenden Dennis Pucher schreitet Christian Lindner am Dienstagnachmittag auf das Audimax der Universität im Philosophikum II zu. Kein Bodyguard begleitet den Sieger der NRW-Wahl, der einen dunkelblauen Anzug, ein weißes Hemd und natürlich keine Krawatte trägt. Drinnen, im Hörsaal 0025, wo vor einigen Wochen SPD-Kanzlerkandidat Martin Schulz Station machte, warten rund 500 Studierende auf ihn. »Der Saal war fünf Minuten nach der Öffnung rappelvoll«, erzählt der junge FDP-Stadtrat Dominik Erb, der gerade dabei ist, den Live Stream zur Veranstaltung mit dem Star der Liberalen zu installieren. Für den Landtagsabgeordneten Wolfgang Greilich ist das Interesse der jungen Leute an Lindner keine Überraschung. »Er tourt schon eine ganze Weile durch die Universitäten, die Säle sind immer voll. Seine Auftritte haben schon ein bisschen Eventcharakter«, weiß der Kleinlindener.

Lindners Frontalunterricht unterscheidet sich vom konventionellen Auftritt des SPD-Chefs. Während Schulz vom Rednerpult aus sprach, tigert Lindner, ausgerüstet mit einem Headset, vor ersten Zuhörerreihe hin und her. Über die Chancen der Digitalisierung spricht er knapp 40 Minuten auf Einladung der Liberalen Hochschulgruppe, deren Sprecher Andreas Schlaaf, den man rein äußerlich auch den Piraten zuordnen könnte, den Gast unter Beifall begrüßt.

Gerade beim Thema Digitalisierung fällt es Lindner leicht, auch die Grundsatzbotschaften seiner Partei zu transportieren. Die Freiheit des Einzelnen betont er und verbindet das mit dem Ziel, gründungswilligen jungen Menschen aus dem Digitalbereich auch die wirtschaftliche Freiheit zu verschaffen, um Unternehmen aufzubauen. In NRW habe die neue schwarz-gelbe Landesregierung deshalb Stipendien ausgelobt, damit Gründer, die nicht auf Rosen gebettet sind, die Phase bis zum Unternehmenserfolg finanziell überbrücken können. Den stärksten Beifall und »Bravo«-Rufe erntet Lindner indes für seinen Appell die liberale Demokratie zu schützen und zu erhalten, die von der Linkspartei und der AfD »gegen eine andere Kultur ausgetauscht werden soll«.

Manchmal weiß man nicht, ob es noch Selbstironie oder schon Eitelkeit ist, wenn Lindner den französischen Staatspräsidenten Emmanuel Macron als »diesen gutaussehenden 39-jährigen Politiker« bezeichnet und hinzufügt: »Ich bin erst 38«. Wie auch immer, der FDP-Ortsvorsitzende Frank Schulze ist hochzufrieden mit dem Auftritt. »Das war sehr inhaltlich, mit positiven Botschaften und auch selbstironisch.«

Auch Tobi Krug ist zufrieden. Der Musiker der Gießener Band Big G and the Boozeheads, die quasi Lindners Vorgruppe waren, hat sein Selfie mit dem FDP-Chef bekommen. »Ein bisschen verwackelt, aber für die Homepage reicht es.«

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