12. November 2010, 20:44 Uhr

Experten gaben Tipps zum Energiesparen

Gießen (srs). In so einigen Kellern in und um Gießen stehen noch regelrechte Kolosse: Drei Jahrzehnte alte schwere Elektro-Blockspeicher oder riesige Heizkessel, die »Kostenfresser« bei der Wärmeerzeugung sind. Eine Telefonsprechstunde der Gießener Allgemeinen Zeitung zum Thema »Energiesparen beim Heizen« machte dies deutlich. Mehrheitlich erkundigten sich Anrufer nach Möglichkeiten, die eigene veraltete Anlage zu modernisieren.
12. November 2010, 20:44 Uhr
Gaben den Anrufern Tipps (v. l.): Gerald Wagner, Gerd Euler und Birgit Stingl. (Foto: srs)

Am Lesertelefon stellten sich Gerd Euler, Ehrenobermeister der heimischen Innung für Sanitär- und Heizungstechnik, Birgit Stingl von der Oberhessischen Energieagentur und Gerald Wagner für die Initiative »Erdgas pro Umwelt« den Fragen.

»In unserem Keller steht seit 1983 ein Elektro-Blockspeicher, der jetzt zum zweiten Mal defekt ist. Raten Sie zur Reparatur? Oder sollten wir umsteigen? Unsere Straße ist an Gas leider nicht angeschlossen«, lautete eine Frage an Gerd Euler. »Zu einer Reparatur würde ich nicht mehr raten«, lautete die Antwort. Ein alter Elektro-Blockspeicher sei ineffektiv. Überhaupt sei Nachtspeicherstrom nicht mehr zeitgemäß. Mit Strom heize man nicht mehr, so Euler. »Wenn Gas nicht zur Verfügung steht, ist die Umrüstung auf einen Öl-Brennwertkessel zu empfehlen. Mit Pellets kann man auch heizen, die Investitionskosten sind aber wesentlich höher.«

Ein anderer Anrufer wollte wissen: »Ich verbrauche in meinem 80 Quadratmeter großen Eigenheim 1750 Liter Heizöl pro Jahr. Mein Sohn wohnt in einem doppelt so großen Neubau und verbraucht nur 1250 Liter. Wie kann ich meinen Verbrauch durch Dämmung senken?« Birgit Stingl riet dem Anrufer: »Als erstes würde ich zu einem kostenfreien ›Haus-Check Energie‹ raten. Der liefert eine energetische Bewertung der Gebäudehülle sowie der Heiztechnik und zeigt Möglichkeiten auf, die Energieeffizienz zu verbessern.« Sinnvolle erste Maßnahmen in der Dämmung, die man selbst durchführen könne, seien an der nicht einsehbaren obersten Geschossdecke und im Keller möglich, wo man die Optik des Hauses nicht beschädige.

»Ist denn für Öl und Gas noch die Versorgungssicherheit gewährleistet? Und wenn ich Erdwärme oder Pellets in Betracht ziehe: Was sollte ich bedenken?«, lautete eine Frage. Gerald Wagner dazu: »In den nächsten 50 Jahren muss man sich über Öl und Gas keine Sorgen machen, da sind keine Engpässe zu erwarten. Erdwärme und Pellets sind ökologisch durchaus sinnvoll und Alternativen, wenn man kein Öl oder Gas will. Bei Pellets ist allerdings ein größerer Keller erforderlich, wo man die Holzabfälle lagern kann. Und für Erdwärme ist bei Tiefenbohrungen ein geologisches Gutachten notwendig.«

Ein weiterer Anrufer teilte mit, sein Schornsteinfeger habe ihn angeraunzt, weil in seinem Wohnzimmer ein Pellet-Ofen stehe und in der Küche eine sehr starke Dunstabzugshaube sei. »Was ist denn dabei das Problem?« Gerd Euler antwortete: »Die Dunstabzugshaube saugt ja die Luft ab. Und dann entsteht bei laufendem Dunstabzug die Gefahr, dass die Verbrennungsgase aus dem Ofen in den Wohnraum gesogen werden. Das kann zu einer Kohlenmonoxid-Vergiftung führen.« Die einfachste Lösung sei eine Verriegelung, die die Dunstabzugshaube ausschaltet, falls das Fenster nicht geöffnet ist.

»Was bringt mir denn ein hydraulischer Abgleich?«, lautete eine weitere Frage. Birgit Stingl: »Der sorgt dafür, dass alle Heizkörper gleichmäßig durchströmt werden und sich überall die gleiche mittlere Temperatur einstellt. Das ist zum einen komfortabler. Und außerdem spart es Energie: die Anlage kann mit optimal niedriger Volumenmenge betrieben werden. Daraus resultieren zum Beispiel auch niedrigere Anschaffungskosten für eine Umwälzpumpe.«

Ein anderer Leser wollte wissen, worauf er in unbeheizten Räumen achten müsse, damit kein Schimmel entsteht. »Schränke sollten nicht an der Außenwand stehen. Und Türen von unbeheizten Räumen sind unbedingt zu schließen. Denn wenn feuchte Wärme aus den anderen Zimmern in den kühlen Raum gelangt, dann entsteht Kondensation - und Schimmel«, erläuterte Birgit Stingl.

Auf die Frage, welche Energieträger mit welchen Mitteln gefördert werden, antwortete Gerald Wagner. »Das ändert sich ständig. Daher rate ich, in regelmäßigen Abständen auf den Internetseiten der Kreditanstalt für Wiederaufbau (<%LINK auto="true" href="http://www.kfw.de" text="www.kfw.de" class="more"%>) und des Bundesamts für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (<%LINK auto="true" href="http://www.bafa.de" text="www.bafa.de" class="more"%>) nachzuschauen.«



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