25. April 2012, 19:18 Uhr

Ex-Gießenerin Caro Josée überzeugt mit neuer CD

Auch HR1-Moderator Werner Reinke schwärmt von »Turning Point«: Gelungene Mischung aus Jazz, Blues und Sinti-Rhythmen.
25. April 2012, 19:18 Uhr
Im Mai erscheint die neue CD von Caro Josée. (Foto: Thilo Müller)

HR1-Moderator Werner Reinke schwärmte in seiner Sendung von der neuen CD der in Gießen-Kleinlinden aufgewachsenen Caro Josée Mizerski (geborene Tollenaar). Er stellte unter anderem den Titel »Bouillabaisse« vor, in dem die bei Hamburg lebende Künstlerin verführerisch-schmackhaft – mit Sinti-Rhythmen gewürzt – ihr Fischsuppen-Gericht à la Josée zubereitet. Der Titel der neuen Scheibe heißt treffend »Turning Point«. Die Musikerin ist an einem Wendepunkt ihres Lebens angekommen.

Als frühere Sängerin der Hausband des legendären Hamburger »Onkel Pö« wurde sie bekannt, in einer »Stern«-Titelstory publizistisch zwar effektiv, aber musikalisch unsinnig als »Rock Lady« bezeichnet. Jetzt 2012, mit erweitertem musikalischen Selbstverständnis ausgestattet sowie an Lebenserfahrung jenseits der Bühne gereift, addiert die Sängerin ihren Zweitnamen Josée hinzu und stellt ein Album fertig, das zu den gefühlvollen Produktionen deutscher Interpreten-kunst gehört.

Die Aufnahmen hat Caro ihrer vor nicht langer Zeit verstorbenen Mutter Lilly gewidmet, über deren Verlust sie nur schwer hinweg kam. Lilly, die mit ihr in den hohen Norden zog, ermutigte Caro Josée, immer am Ball zu bleiben, »war eine liebevolle Mutter, Freundin und Großmutter«, so die Sängerin mit Gießener Wurzeln.

Caro Josée, deren Vater Benny im Gießener »Domizil« mit seinem Banjo einst die Jazzfreunde mitriss, hat für ihre Alben meist gute Kritiken erhalten, zumal sie durch musikalische Flexibilität überzeugte und sich auch heute noch nicht so leicht kategorisieren lässt. Mit dem deutschen Schallplattenpreis als Nationale Pop-Nachwuchskünstlerin ausgezeichnet, hat die hübsche Hamburgerin, verheiratet mit einem Hamburger Rechtsanwalt und Mutter zweier Kinder, jetzt ihr bestes Album abgeliefert. Zusammen mit renommierten Musikern wie Jean Jacques Kravetz am Fender Rhodes (er spielte bei Frumpy, musiziert heute mit Udo Lindenberg und Peter Maffay), Pascal Kravetz (Peter Maffay, Robert Palmer) Andreas Paulsen am Piano (Ina-Müller-Band), Martin Scheffler an der Gitarre (Rosenstolz), Manusch Weiss (er stammt aus einer bekannten Sinti-Musikerfamilie), Thomas Biller am Bass (Inga Rumpf) sowie Trompeter Reiner Winterschladen (Night Hawks und NDR-Bigband) lädt Caro Josée dazu ein, sich von ihrer Musik verzaubern zu lassen.

Songs wie das bereits erwähnte »Bouillabaisse« oder »Mona Lisa Liut« animieren zum Singen und Tanzen, während der zweite Titel der CD (»Paris«) eher als Hommage zu verstehen ist. Gerichtet an eine Stadt des Jazz, geprägt durch Satre und Beauvoir, besingt sie ihre Sehnsucht nach der französischen Metropole. Die Texte und Kompositionen der CD – mit Ausnahme von »It’s impossible« – stammen hauptsächlich aus ihrer Feder.

»Turning Point« ist Musik zum Genießen: Man lässt sich gerne von dieser Mischung der Songs entführen, die an den Stil der 40er Jahre, den schläfrigen, aber fesselnden Trompeten-Sound eines Miles Davis und den Klängen der Sinti erinnern. Der Zuhörer hat bei einigen der Titel das Gefühl, bei einem Glas Wein in der Sonne sitzend, auf das Meer zu schauen oder vielleicht in einer Bar wunderbaren Jazz zu erleben – dank des Teams um Caro Josée, die mit ihrer Stimme einfühlsam fein umgeht, nie überzieht.

Ihre CD (Skip Records, Hamburg) kommt am 25. Mai auf den Markt und hat auch Peter Urban (bekannt als Fernsehkommentator des Eurovision Song Contest) überzeugt. Die ersten Rezensionen von Dr. Urban sowie dem Autor und Journalisten Jörn Jacob Rohwer (»Hinter dem Ruhm«) könnten positiver nicht sein. Jörg-Peter Schmidt



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