23. April 2010, 15:58 Uhr

»Eure Mütter« in der Kongresshalle

»Eure Mütter« gastierten am Donnerstagabend mit ihrem Programm »Nix da, ›Leck mich!‹ Auf geht’s!« in der Kongresshalle.
23. April 2010, 15:58 Uhr
Sie illustrierten die Geschichte des Rinds: Matze Weinmann, Andi Kraus und Don Svezia (v. l.). (Foto: olz)

Zugegeben, beim ersten Lesen wirft dieser Satz gleich mehrere Fragen auf, denn wie kaum ein anderer Begriff ist »Mutter« glasklar und mit eindeutigen Vorstellungen besetzt. Doch spätestens seit dieser Woche müssen wir auch hier die Wörterbücher umschreiben, denn hinter »Eure Mütter« verbergen sich mit Andi Kraus, Matze Weinmann und Don Svezia erstklassige Komiker - männliche.

Wie genau die Gruppe zu ihrem Namen kam, bleibt an dieser Stelle im Unklaren, wogegen eines unumstößlich und in umgangssprachlicher Schattierung festgestellt werden muss: Die drei haben es einfach drauf. Es dauerte am Donnerstag nur Minuten, bis sich die rund 200 Gäste vom etwa zweistündigen mütterlichen Pointenfeuerwerk mitreißen ließen.

Und das ist auch kein Wunder, denn die Künstler leben das Sprichwort vom goldenen Boden des Handwerks mustergültig vor. Das Programm, das aus Gesangseinlagen, Sketchen oder auch einem Publikumswettbewerb besteht, ist in hohem Maße ausgereift, und sehr schnell wird deutlich, dass hier drei erfahrene Unterhaltungsprofis, die bereits seit 1999 über die Bühnen der Republik ziehen, am Werke sind. Genauer gesagt drei Profis, die über ein hohes Maß an Witz, Spontaneität und Originalität verfügen. So manchem deutschen Berufskollegen würde es nicht schaden, sich von den »Müttern« eine Scheibe abzuschneiden.

Denn dieser Humor ist nicht einfach nur eine Aneinanderreihung von Kalauern. Vielmehr gehen Kraus, Weinmann und Svezia dem deutschen Alltagsleben parodistisch-tiefgründig auf den Grund, und absolut nichts ist dabei vor ihnen sicher. Nicht die Volksmusik, die sie mit ihrem Lied »Das ist die Sonne von Sorrent, die dir komplett das Hirn verbrennt« bitterbös ironisch aufs Korn nehmen. Nicht moderne Geschlechterrollen, die sie genüsslich auf die Spitze treiben und dabei - das ist ein kleiner Minuspunkt - auch schon mal in die sexistische oder die fäkale Klamottenkiste greifen.

Es hatte seine Berechtigung, dass eine der »Mütter« einen zwölfjährigen Gast in der ersten Reihe darauf hinwies: »Es könnte sein, dass du heute Abend noch ein paar neue Worte lernst.« Nicht die Nutztierhaltung, und das war sicherlich einer der besonders originellen Höhepunkte des Programms: Laut muhend und als Kühe verkleidet illustrierten die Künstler bei der Nummer »Das Rind - Ein Nutztier stellt sich vor« die Geschichte der Kuh, die ein Erzähler aus dem Off Revue passieren ließ. Ingesamt ein rundum gelungener Abend, der hoffen lässt, dass die Komiker, die in dieser Form zum ersten Mal hier gastierten, bald wiederkommen. olz

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