15. Oktober 2018, 22:12 Uhr

Es kann nur eine(n) geben

15. Oktober 2018, 22:12 Uhr

Bayern hat gewählt, nun rückt die Landtagswahl in Hessen in den Mittelpunkt des politischen Interesses. Auch in Gießen hoffen die Kandidaten, dass sie im Wahlkampf-Endspurt endlich ihre hessischen und örtlichen Themen in den Vordergrund stellen können. »Bis zum 28. Oktober hat sich der Pulverdampf aus Bayern verzogen«, hofft nicht nur der CDU-Landtagsabgeordnete Klaus Peter Möller. Der Gießener ist einer von acht Kandidaten im Wahlkreis 18 (Gießen I), die wir in dieser und der kommenden Woche im Rahmen einer Porträt-Serie vorstellen wollen.

Die zwei Frauen und sechs Männer bewerben sich um das Direktmandat, das der SPD-Landtagsabgeordnete Gerhard Merz zuletzt dreimal in Folge gewonnen hatte. Der Experte für Soziales und Migration gehört zwar dem »Schattenkabinett« von SPD-Spitzenkandidat Thorsten Schäfer-Gümbel an, als Wahlkreiskandidat tritt der frühere und langjährige Vorsitzende der Gießener SPD aber nicht mehr an. Sollte die SPD in Hessen in der Opposition bleiben, wäre die landespolitische Karriere des 66-Jährigen nach zehn Jahren mithin beendet.

Nachfolger von Merz als Kandidat ist Frank-Tilo Becher, bislang Dekan im evangelischen Dekanat Gießen und politischer Quereinsteiger. Zwischen ihm und Gießens CDU-Chef Klaus Peter Möller wird sich das Rennen ums Direktmandat wohl entscheiden. Für beide und ihre Parteien geht es um viel am 28. Oktober, denn auf einen Einzug in den Landtag über die Landesliste kann keiner der beiden setzen. Möller hatte das Mandat 2003 einmal direkt gewonnen und war 2016 in den Landtag nachgerückt.

Trotz des Höhenflugs der Grünen bei der Bayern-Wahl und in den Umfragen zu Hessen ist es unwahrscheinlich, dass Kandidatin Katrin Schleenbecker aus dem Zwei- einen Dreikampf machen kann. Allerdings rückt für die Heuchelheimerin angesichts der Zustimmungswerte für die Grünen ein Einzug über die Landesliste näher.

Davon ist die FDP-Kandidatin Manuela Giorgis weit entfernt. Die Stadtverordnete und Unternehmerin, die sich den Freidemokraten vor der Kommunalwahl anschloss, beerbt als Wahlkreiskandidatin den langjährigen Landtagsabgeordneten Wolfgang Greilich. Der Innenpolitik-Experte und frühere Landtags-Fraktionschef beendet seine landespolitische Karriere ebenfalls nach rund zehn Jahren.

Auch der Wahlkreiskandidat der Linken kann auf kommunalpolitische Erfahrung verweisen. Francesco Arman ist seit 2016 ehrenamtlicher Stadtrat.

Ebenfalls aus der Gießener Kommunalpolitik bekannt ist Arno Enners von der AfD. In Gießen hat er den Stadtverband gegründet und war erster Fraktionsvorsitzender der AfD. Enners ist der einzige Wahlkreisbewerber, der – mit Blick auf die Umfragewerte und die Landesliste – fest mit einem Landtagsmandat rechnen kann.

Das kann Diego Semmler nicht, denn anders als in Bayern sind die Freien Wähler in Hessen landespolitisch keine feste Größe. Der Kommunalpolitiker aus Laubach sammelte bei der Bundestagswahl 2017 bereits Kandidatenerfahrung.

Das siebenköpfige Bewerberfeld wird abgerundet durch einen Vertreter der Satirepartei Die Partei. Im Wahlkreis 18 tritt der gebürtige Fuldaer Angelo Biemer an, als Beruf gibt er »Politiker« an. (Fotos: Schepp/pm)

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