19. April 2017, 19:40 Uhr

Es darf auch gekichert werden

19. April 2017, 19:40 Uhr
Auch Linda und Erwin Tomason, gespielt von Carolin Weber und Daniel Minetti, stehlen sich wie Diebe durch ihr Leben. (Foto: Wegst)

Gießen (gl). Schon 2006 und 2009 standen mit »Unschuld« und »Das letzte Feuer« zwei Stücke der vielfach ausgezeichneten Dramatikerin Dea Loher auf dem Spielplan des Stadttheaters. Nun folgt mit der Premiere von »Diebe« am Samstag, 22. April, um 19.30 Uhr im Großen Haus das nächste Loher-Stück. Schon lange habe es auf der Agenda des Stadttheaters gestanden, verriet Dramaturgin Cornelia von Schwerin im Vorabgespräch. Doch erst jetzt habe man mit Wolfgang Hofmann auch den passenden Regisseur gefunden.

Hofmann, der schon mit »Die Wanze« oder »Häuptling Abendwind« gezeigt hat, dass das Skurrile und Komische bei ihm in guten Händen ist, verspricht für »Diebe«, dass bei aller tragischen Verstrickungen der insgesamt zwölf Personen im Stück, das Publikum auch jede Menge Gelegenheit zum Kichern haben wird. »Es geht um das Leben und die Hoffnung, die das Leben antreibt«, beschreibt er die Handlung in Kurzfassung.

Im Garten von Ehepaar Schmitt lauert etwas – ein Tier. Sie haben es nie gesehen, aber sie sind sich sicher – es ist da. Linda hingegen weiß genau, dass sie einen Wolf gesehen hat, nur will ihr niemand glauben. Ihr Vater zum Beispiel, den sie jeden vierten Sonntag im Altersheim besucht, interessiert sich weniger für die Geschichten und Träume seiner Tochter als für den Verbleib seines Sohnes Finn. Der ist eigentlich Versicherungsagent, verlässt aber seine Wohnung nicht mehr. Monika hingegen hofft noch immer: auf eine bessere Stelle, auf eine sichere Zukunft.

Virtuos und mit unerwarteter Komik beschreibt Loher eine Gemeinschaft von Übriggebliebenen und lässt doch immer wieder Chancen aufblitzen, das eigene Schicksal in die Hand zu nehmen. Regisseur Wolfgang Hofmann sucht für seine Gießener Inszenierung aber das Heitere im düsteren Geflecht der Minidramen und verspricht: »Man fühlt sich bombig unterhalten.«

Ausstatter Lars Peter, der mit Hofmann bereits »Iphigenie auf Tauris« in Gießen auf die Bühne gebracht hat, kreiert dafür aus transparenten Bühnenelementen einen Raum, in dem sich die Figuren »wie Jedermänner und Jederfrauen, die sich durch ihr Leben stehlen« begegnen.

Auf der Bühne gibt es bei »Diebe« auch ein Wiedersehen mit dem früheren Ensemble-Mitglied Mirjam Sommer. Als Gast wird außerdem Daniel Minetti zu erleben sein.

Weitere Vorstellungen nach der Premiere sind am 19. Mai; 3., 15. und 24. Juni, jeweils um 19.30 Uhr.

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