26. Dezember 2017, 21:38 Uhr

Erstes veganes Restaurant in der City

26. Dezember 2017, 21:38 Uhr

Gießen (jwr). »Anfangs hatte ich nur sonntags ein paar Stunden Zeit für meine Familie. Ich glaube, mein Hund hat mich nicht mehr erkannt«, sagt Mahmoud Khorshidi. Die ersten Wochen nach der Eröffnung seines veganen Fastfood-Restaurants »Bärenstark« im City-Center brachten puren Stress. Inzwischen bleibt das Lokal montags geschlossen, das sei ohnehin der schwächste Tag in der Gastronomie. Die Umstellung beschert Khorshidi etwas mehr Zeit mit seiner Frau, die auch seine Geschäftspartnerin ist, dem Baby und seinem Hund. Auch die Verwandtschaft hilft im »Bärenstark« mit: Khorshidis Schwiegermutter packt in der Küche mit an, der Schwiegervater kauft ein.

Knapp drei Monate nach der Eröffnung ist die Phase des Ausprobierens keineswegs vorbei, doch Khorshidi versteht immer besser, wie die anspruchsvolle Kundschaft tickt: 30 bis 50 Kunden kämen an einem durchschnittlichen Tag. Das Angebot habe sich bewährt, die Karte sei seit dem Restaurant-Start weitgehend unverändert, »Seitan und rote Beete gehen immer gut«, doch ansonsten sei mal dieses, mal jenes Gericht mehr gefragt, Für den Chef ist das eine tägliche Überraschung. Die Erwartung, dass das City-Center eine »schwierige Ecke« ist, hat sich indes bestätigt: »Manchmal rufen Leute an und fragen, wo wir sind.«

Elf Mitarbeiter hat das »Bärenstark« insgesamt. Die meisten studieren Ernährungswissenschaften und wissen genau, was sie gerade mit welchen Nährwerten zubereiten, ob als Burger oder Pita. Ein Service, den viele Kunden in Anspruch nehmen: »Viele haben schon sehr genaue Wünsche«, sagt Khorshidi, und ist immer wieder erstaunt, wie weit Lebensmittel-Unverträglichkeiten verbreitet sind. Eine Herausforderung für die Küche. »Wir wollen uns bald eine zweite Friteuse für glutenfreie Speisen anschaffen«, erzählt der Gastronom. Seitan besteht aus Weizengluten, weshalb er zurzeit noch nicht völlig ausschließen kann, dass andere frittierte Speisen Glutenrückstände enthalten. Manchmal müsse er genau abwägen, welche Gerichte er Kunden mit speziellen Unverträglichkeiten anbieten kann.

Für das kommende Jahr haben Khorshidi und seine Frau einige Änderungen angedacht: Ende Januar soll das erste Ernährungsseminar stattfinden, der Inhaber will eine Präsentation über gesunde Ernährung vorbereiten. Kein einfaches Thema, denn darunter verstehe jeder etwas anderes. Und er trägt eine weitere Idee mit sich herum: »Es gibt viele Anfragen wegen eines Lieferdienstes«, verrät Khorshidi. Seine Frau würde damit gern möglichst schnell starten, er will lieber nichts überstürzen. Der Pachtvertrag läuft zunächst über drei Jahre – genügend Zeit, um manches auszuprobieren. (Foto: jwr)

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