25. Juni 2010, 22:08 Uhr

Erneut ein LOEWE-Doppelerfolg für die Universität

Gießen (pm). Zwei neue Schwerpunkte in den Lebenswissenschaften und der Medizin: Über einen großartigen Erfolg freuen sich zahlreiche Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler an der Justus-Liebig-Universität.
25. Juni 2010, 22:08 Uhr

Gießen (pm). Zwei neue Schwerpunkte in den Lebenswissenschaften und der Medizin: Über einen großartigen Erfolg freuen sich zahlreiche Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler an der Justus-Liebig-Universität. In der dritten Staffel der hessischen Exzellenzinitiative LOEWE hat das Land erneut zwei Großprojekte unter JLU-Federführung bewilligt: Erstens »Insektenbiotechnologie« und zweitens »Männliche Infertilität bei Infektion und Entzündung« (MIBIE). Mit der Doppelbewilligung sind finanzielle Zusagen in Höhe von rund neun Millionen Euro verbunden.

Nun können bestehende Kooperationen der JLU mit Forscherteams der Universitäten Marburg und Frankfurt, der Fachhochschule Gießen-Friedberg und weiteren Einrichtungen nachhaltig ausgebaut werden.

JLU-Präsident Prof. Joybrato Mukherjee und Prof. Katja Becker - die als zweite Vizepräsidentin für Forschungsfragen zuständig und als Biochemikerin zugleich mit einem eigenen Projekt am Insekten-Schwerpunkt beteiligt ist - äußerten sich sehr froh, dass das lebenswissenschaftliche Profil der Universität Gießen nun noch einmal geschärft werde. Die Bewilligung des Insekten-Projekts stelle die Weichen für die mittelfristige Ansiedlung eines Fraunhofer-Teilinstituts für Bioressourcen in Gießen, so Mukherjee. »Mit MIBIE wird das hervorragende Potenzial der Gießener Reproduktionsmedizin bestätigt.«

Sprecher des Schwerpunkts »Insektenbiotechnologie« ist Prof. Andreas Vilcinskas vom Institut für Phytopathologie und Angewandte Zoologie der JLU. Erstmals könne in Deutschland eine operative Einheit aufgebaut werden, die sich der Entwicklung von Spitzentechnologien an den Schnittstellen zwischen der so- genannten Roten, Grünen und Weißen Biotechnologie widmet. Beteiligt am neuen Schwerpunkt sind zudem Wissenschaftler der FH Gießen-Friedberg, der Universitäten Frankfurt und Marburg sowie der Forschungsanstalt Geisenheim. Erforscht wird, dank welchen »Erfindungen« Insekten ihre große Artenvielfalt entwickeln konnten. Vilcinskas ist überzeugt, dass Insekten über einen Schatz an bisher unentdeckten Substanzen verfügen, den es zum Wohle der Menschen zu heben gelte. Auf der Grundlage dieser Forschung könne man möglicherweise neue Medikamente für die Medizin, innovative Strategien im Pflanzenschutz und Enzyme für industrielle Anwendungen entwickeln.

Den Schwerpunkt »Männliche Infertilität bei Infektion und Entzündung« vertritt als Sprecher Wolfgang Weidner, JLU, hinzu kommen vier Ko-Koordinatoren in Gießen und Marburg. Assoziierte Einrichtungen sind die FH Gießen-Friedberg, die TransMit GmbH, das Kinderwunschzentrum in Wetzlar, die School of Veterinary Medicine Pennsylvania, die Rheinisch-Westfälische TH Aachen und die Tiermedizinische Hochschule Hannover. Ziele sind eine verbesserte Diagnostik und Therapie der infektiös-entzündlichen Ursachen männlicher Unfruchtbarkeit, die einen wesentlichen Faktor bei ungewollter Kinderlosigkeit darstellt. MIBIE soll auch als Anschub für die Beantragung eines DFG-Sonderforschungsbereichs dienen, der neben Gießener Gruppen auch Forscher an anderen Universitäten einbinden soll.

Mit der Beteiligung der Gießener Veterinärmedizin werde die enge Verzahnung der beiden Fachbereiche deutlich. Mit der Marburger Beteiligung belege MIBIE einmal mehr, dass sich die strukturierte Kooperation zwischen den beiden mittelhessischen Medizin-Fachbereichen in der Spitzenforschung sehr gut entwickele, heißt es abschließend.

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