21. März 2016, 15:48 Uhr

Erbschaften helfen Tierheim

Gießen (cg). Im Tierheim wird es bald eine neue Katzenquarantäne geben. Nachdem der Tierschutzverein 2015 sein Hundehaus eingeweiht hat, kann es 2016 weitergehen mit der Modernisierung. Machbar sind die Bauprojekte dank großzügiger Erbschaften.
21. März 2016, 15:48 Uhr
(Foto: dpa/Symbolbild)

600 000 Euro waren es für das Hundehaus, 150 000 kommen aktuell hinzu. Ein Teil davon wird für den An- und Umbau des Katzenhauses verwendet, der etwa 65 000 Euro kosten soll.

Durch Mitgliedsbeiträge und Spenden allein wären die Investitionen nicht möglich, gewesen verdeutlichte die erste Vorsitzende Hanna Maria Rethorn dieser Tage während der Jahreshauptversammlung. Nachdem sich der Verein vor einigen Jahren durch anhaltende Querelen selbst fast zugrunde gerichtet habe, sei der gute Ruf zurück gewonnen. »Die Leute vertrauen uns wieder, das zeigen die Zuwendungen«.

Die jetzigen Katzenzimmer entsprechen nicht mehr modernen Standards. In einem Anbau wird es künftig zwölf kleine Zimmer mit Schleusenbereich geben. Außerdem wird ein Belüftungssystem installiert, das die Übertragung von Keimen verhindert. Auch ein »Pilzzimmer« ist vorgesehen, in dem ausschließlich Katzen mit einer solchen Infektion behandelt werden. Parvovirose, Leukose oder Pilzerkrankungen sind in Tierheimen gefürchtet, die Gefahr, dass sich die Tiere gegenseitig infizieren, ist hoch. Jede Katze, die ins Tierheim kommt und deren Herkunft und Impfstatus unbekannt ist, muss vier Wochen in Quarantäne. Bisher haben die Neuzugänge diese Zeit in Boxen verbracht, dies ist künftig nicht mehr notwendig.

Um Katzen ging es auch bei anderen Tagesordnungspunkten. Dringend Unterstützung wünscht sich Hannelore Tenggren, die sich mit einem enormen Zeitaufwand seit vielen Jahren um die Grundversorgung verwilderter Katzen in Stadt und Kreis kümmert. Sie fängt die Tiere, bringt sie zur Kastration, setzt sie in ihrem gewohnten Umfeld wieder aus und füttert sie. Während sie es früher mit etwa 70 Katzen pro Jahr zu tun hatte, sind die Zahlen auf über 200 gestiegen. Die Gründe sind vielfältig. Wie sie berichtete, habe einer mit der steigenden Zahl psychisch auffälliger Menschen zu tun, die Tiere horten und verwahrlosen lassen, ein weiterer ist die unzureichende Bereitschaft vieler Besitzer, ihre Katzen kastrieren zu lassen. Dadurch werden auch die verwilderten Bestände immer größer.

Ein mühseliges Geschäft sind die Fundtierverträge mit den Kreisgemeinden, schilderte die Vorsitzende. Die Fundtierversorgung ist eine kommunale Aufgabe. Die meisten Gemeinden haben diese an den Tierschutzverein delegiert. Da der Verein mit den vereinbarten Sätzen nicht kostendeckend arbeiten konnte, hat er die Verträge 2015 gekündigt. Mit einigen Kommunen wurden bereits neue Abkommen ausgearbeitet, mit anderen laufen die Verhandlungen noch. Mit der Stadt Gießen hatte man sich vor einigen Jahren auf einen gestaffelten Vertrag geeinigt, derzeit werden 90 Cent pro Jahr und Einwohner gezahlt. 2015 hat der Verein 802 Tiere aufgenommen, 430 davon waren Fundtiere. Neben 67 Hunden waren das 251 Katzen (der Rest sind Kleintiere, Wildtiere und einige wenige Nutztiere). »Katzen sind unsere pflegeintensivsten und teuersten Tiere«, erinnerte Rethorn. Vom Besitzer wieder abgeholt wurden 101 Fundtiere, vermittelt wurden 573 Tiere.

Da die Vorsitzende Dr. Christine Langer nicht mehr zur Verfügung stand, wurde Rüdiger Wagner zum 2. Vorsitzenden gewählt. Wiedergewählt wurde die Schriftführerin Angela Achenbach-Heinzerling. Vorsitzende Rethorn, ihre Stellvertreterin Michaela Seitz und der Kassenwart Henning Balser bleiben im Amt. Mehrfach appellierte Rethorn an jüngere Mitglieder, sich im Verein zu engagieren. »Wir brauchen dringend Nachwuchs«.

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