23. Dezember 2012, 18:38 Uhr

»Eisheilige Nacht« mit Subway to Sally

Die Potsdamer Mittelalter-Rocker erinnern bei ihrem Konzert in der Messehalle zum 20-jährigen Bestehen an ihre Anfänge mit Fackeln und Feuerspucken.
23. Dezember 2012, 18:38 Uhr
»Hits, Hits, Hits« spielen Subway to Sally zu ihrem 20-jährigen Bestehen. (Fotos: chl)

Ein Geburtstagsgeschenk besonderer Art haben die Potsdamer Mittelalter-Rocker von Subway to Sally sich und ihren rund 2300 Fans am Samstagabend bei der »Eisheiligen Nacht« in der Gießener Messehalle 1 bereitet. Anlässlich ihres 20-jährigen Bestehens standen sie an diesem Abend gleich zweimal auf der Bühne. Während die Band im ersten Set das Publikum mit auf »Zeitreise« nahm, wurden im zweiten Teil ausschließlich Hits präsentiert. Zusätzlich hatten die Potsdamer, ganz wie es sich für die »Eisheilige Nacht« gehört, mit Fejd, Russkaja und Die Apokalyptischen Reiter eine Reihe illustrer musikalischer Gäste geladen, um satte fünf Stunden Livemusik zu bieten.

Bei der »Zeitreise« öffneten Subway to Sally ihr Schatzkästchen voll Erinnerungen: So gehörten nicht nur Songs der ersten drei Alben zum Programm, sondern die Band hatte auch so manches Kostüm aus den Anfangstagen ausgegraben. Auch in Sachen Pyroshow besann man sich hierbei zunächst darauf, wie alles angefangen hat – mit Fackeln und Feuerspucken. Selten gespielte Lieder wie »Die Hexe«, »Sag dem Teufel« oder »An der Zeit« offenbarten die deutlich folk-lastigeren Einflüsse der frühen Bandgeschichte und luden zum Tanzen und Feiern ein. Manch ein Titel erinnerte an die populären irischen Folkrockbands und kam gar von Rock’n’Roll oder Punk angehaucht rüber.

Wem das zu abgespeckt war, der bekam zum Abschluss des Abends – wie von Frontmann Eric Fish versprochen – »Hits, Hits, Hits« zu hören. Und diese, eingeläutet von einem lauten Knall und untermalt mit den bekannten Pyroeffekten und Feuerfontänen, wurden in einer ganz besonderen Spiellaune dargeboten. Schlag auf Schlag folgte Gassenhauer auf Gassenhauer, oftmals sogar in Medleys verwoben, sodass den Fans kaum eine Atempause gegönnt wurde. Gleichsam gab die Band mehr als Vollgas, so druckvoll, klar und spielfreudig hat man Subway to Sally in Gießen selten gesehen. Ihren ansonsten mit dem Prädikat »sehr gut« gespielten Konzerten setzten sie diesmal noch ein i-Tüpfelchen an Schwung und Elan obenauf. Das war vor allem den durchweg mitreißenden Titeln wie »Knochenschiff«, »Auf Kiel«, »Veitstanz«, »Besser du rennst« oder »Tanz auf dem Vulkan« geschuldet. Nur wenige Balladen wie das obligatorische »Kleid aus Rosen« und das »Seemannslied« vom Unplugged-Album »Nord Nord Ost« gönnten Verschnaufpausen. Zum Schluss durfte natürlich wie immer der vehement schon den ganzen Abend über von den Fans eingeforderte Schlachtruf »Blut, Blut, Räuber saufen Blut« und somit der Titel »Julia und die Räuber« nicht fehlen.

Musikalisch vielseitig zeigten sich die Gast-Bands. Während Fejd den Abend mit schwedisch-sprachigem Folkmetal eröffneten, setzten die Österreicher von Russkaja mit derben Polkabeats, Ska und osteuropäischer Folklore vor allem auf Geschwindigkeit und eine rasante Bühnenshow. Musikalisch schwer einzuordnen waren Die Apokalyptischen Reiter. Die Weimarer kombinieren so unterschiedliche Stilrichtungen wie Death-, Black-, Thrash- und Powermetal sowie Folkrhythmen, sodass ein völlig neues und mitreißendes Klangbild entsteht.

Für 2013 steht der Termin für die nächste »Eisheilige Nacht« in Gießen mit Samstag, dem 21. Dezember 2013, bereits fest. Als Gäste bringen Subway to Sally dann das Grand-Prix-Phänomen von 2008 mit den finnischen Hardrockern von Lordi mit sowie die Party-Finnen Korpiklaani und außerdem als Newcomer Lord of the Lost mit. chl



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