04. Oktober 2017, 20:03 Uhr

Eiserne Hochzeit im Hause Dörr

04. Oktober 2017, 20:03 Uhr
Schon seit 65 Jahren verheiratet sind Rosemarie und Heinz Dörr. (Foto: ta)

Als Rosemarie und Heinz Dörr sich vor 65 Jahren entschieden, am 4. Oktober und damit am Tag des Winzerfestes in Osthofen im Landkreis Worms zu heiraten, konnten sie natürlich nicht ahnen, dass später ihre Hochzeitsjubiläen stets genau nach einem Feiertag liegen, der für das Berufsleben des Bräutigams von zentraler Bedeutung war. Denn Heinz Dörr hatte 19 Jahre lang, von 1971 bis zur Pensionierung 1990, die zentrale Aufnahmestelle für DDR-Flüchtlinge im Gießener Meisenbornweg geleitet.

Am Mittwoch aber ging es um das Privatleben und die eiserne Hochzeit der beiden früheren Pfälzer, die seit 1954 in Gießen leben. Rosemarie Dörr war nach der Hochzeit noch einige Jahre bei der Bundespost beschäftigt, ehe sie sich auf die Familie und ihre beiden Kinder konzentrierte. Die zierliche 85-Jährige hält sich immer noch fit mit täglichem Yoga und Gymnastik; sie singt auch weiterhin eifrig mit im Seniorenchor der Stadt.

Stadtältester Heinz Dörr (89) hatte nach dem Studium der Sozialwissenschaften 1957 als Betreuer für alleinstehende junge Männer aus der DDR begonnen. 27 Jahre lang, erst als Vize, dann als Leiter, war er im Notaufnahmelager tätig. In Gießen bekannt wurde der Sozialdemokrat aber zunächst durch sein ehrenamtliches Engagement als langjähriger Stadtverordneter und Stadtrat sowie als Vorsitzender des Arbeiterwohlfahrt-Stadtkreises.

Die Glückwünsche der Stadt Gießen übermittelte Oberbürgermeisterin Dietlind Grabe-Bolz. Für den Ortsbeirat gratulierte Karl Heinz Erb, für die evangelische Kirchengemeinde Pfarrer Frank Wendel den fünffachen Großeltern. Die Gespräche mit den Gästen drehten sich natürlich hauptsächlich um die letzten Monate der Dienstzeit des Jubilars im Meisenbornweg, als ständig Züge voller DDR-Flüchtlinge in Gießen eintrafen. Als gefragter Zeitzeuge vor allem für das letzte Kapitel deutsch-deutscher Geschichte vor der Wiedervereinigung wurde Dörr danach bundesweit bekannt.

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