28. April 2017, 20:47 Uhr

Einladung zum Dialog

Namhafte Regisseure und Choreografen, bewährte Theatermacher und eine spektakuläre Inszenierung von Heiner Goebbels im Musiktheater. Aber auch Impulse im Schauspiel und ein Tanzstück mit Artisten aus China – das Stadttheater fährt unter dem Titel »Theater trifft Stadt« zur neuen Spielzeit groß auf.
28. April 2017, 20:47 Uhr
Ab sofort gibt es das Programmheft zur neuen Spielzeit am Stadttheater. (Foto: Schepp)

Als »Marktplatz der Gedanken« versteht sich das Stadttheater und lädt darum wieder zum aktiven Dialog zwischen Bürgern und Theaterleuten ein. Das spiegelt sich auch im Motto der im September startenden neuen Spielzeit wider: »Theater trifft Stadt«. Intendantin Cathérine Miville und ihr Team versprechen eine »abwechslungsreiche, anspruchsvolle und unterhaltsame« Saison.

Schauspiel – Mit einem Lehrstück über Demokratie, Populismus und Verantwortung macht am 2. September das Schauspiel den Auftakt. Ernst Tollers »Hoppla, wir leben« wird Thomas Krupa inszenieren, für Video und Bühne ist der in Gießen aufgewachsene Stefano Di Buduo zuständig. Ein Stück über Willkommenkultur ist »Willkommen« von Lutz Hübner und Sarah Nehmitz, bei dem Miville Regie führt (Premiere: 23. September). Es geht um eine WG, die eine Flüchtlingsfamilie aufnehmen soll. Die Dramaturgen Matthias Schubert und Cornelia von Schwerin versprechen mit Eugéne Labiches »Die Affäre Rue de Lourcine« (12. November) eine hinreißende Filmriss-Komödie über die Wirkungsmacht von Rauschmitteln und Fake News und mit Jean Paul Sartres »Die schmutzigen Hände« (31. Januar) eine Mischung aus Eifersuchtsdrama und Kammerspiel. Regie führen Thomas Goritzki und Hüseyin Michael Cirpici. Lillian Hellmans Broadway-Erfolg »Die kleinen Füchse« (24. Februar) inszeniert Stefan Otteni als psychorealistisches Theater im besten Sinne und in Peter Handkes Epos »Immer noch Sturm« (14. April) über die slowenische Minderheit in Kärnten wird Titus Georgi Regie führen.

Neue Texte im Theaterstudio – Im Theaterstudio steht Gegenwartsdramatik im Vordergrund. Unter dem Slogan »Theater trifft Stadt« inszeniert Kirsten Uttendorf Kurzdramen von Nino Haratischwili und Sofi Oksanen im taT und in einem anderen Raum am Berliner Platz. David Greigs Liebeskomödie »Eine Sommernacht« ist mit Musik von Gordon McIntyre garniert und als Projekte der freien Szene sind ein Live-Hörspiel von Milan Pešl, die Sprechoper »Autour« nach Jules Verne als ATW-Masterarbeit von Jost von Harleßem und »Kellner, Koch und Küchenmädchen« von Christoph Jilo als eine Art Eventgastronomie zu erleben.

Musiktheater – Zwischen klassischen Opern und einer spektakulären Inszenierung von Heiner Goebbels pendelt das Angebot im Musiktheater. Mozarts »Don Giovanni« inszeniert Wolfgang Hofmann (16. September). Verdis »La Forza del Destino« gibt es konzertant (3. März), Richard Strauss’ »Ariadne auf Naxos« (16. Dezember) mit Regiealtmeister Hans Hollmann. Es dirigiert jeweils Generalmusikdirektor Michael Hofstetter, der auch mit Emerich Kálmáns fast vergessener Operette »Das Herbstmanöver« (28. Oktober) Champagnerlaune versprüht. Bei dieser Rarität der leichten Muse führt der Ungar Balázs Kovalik Regie. Eine schwungvolle folkloristische »Märchenoper für die ganze Familie« verspricht Oliver Graf mit »Schwanda, der Dudelsackpfeifer« (24. März), die Cathérine Miville auf die Bühne bringt. Es dirigiert Jan Hoffmann.

Heiner Goebbels inszeniert – Ein Höhepunkt im Musiktheater wird die Inszenierung »Der Schatten des Pfeilers« von Heiner Goebbels (4. Mai). Der dann emeritierte ATW-Professor und frühere Ruhrtriennale-Leiter wird ein szenisches Konzert aus eigenen Hörstücken und Kompositionen unter dem Titel »Der Schatten des Pfeilers« in Szene setzen, mit einem Videografen, Björn Mehlig als Dramaturg sowie Schauspielern als Sprecher und diversen Musikgruppen.

Musik im Theaterstudio – Auch im Theaterstudio wird es musikalisch. Das Scheitern einer Ehe zeigt Jason Robert Browns Kammermusical »Die letzten fünf Jahre«, eine Liebeserklärung an das Leben ist das Musical »Das Orangenmädchen« für Jugendliche und Erwachsene nach dem Roman von Jostein Gaarder und als Uraufführung gibt es »Babbel«, ein Mitmachmusiktheater von Paula Fünfeck für Kinder und Erwachsene.

Tanztheater – Für fünf Uraufführungen im Tanztheater holt Tarek Assam, jüngst zum Direktor der Bundesdeutschen Ballett- und Tanztheaterdirektoren-Konferenz gewählt, namhafte Choreografen nach Gießen. Dominique Dumais und Moritz Ostruschnjak werden mit Assam den Tanzabend »Lyrical« choreografieren (7. Oktober). Ein Kunst-crossover aus Tanz und Artistik, mit Artisten aus China und Musik von 48nord, gibt es bei »Cross!« am 3. Februar. Henrietta Horn, »ein Schwergewicht des zeitgenössischen Tanzes« vom Folkwang Tanzstudio, choreografiert »Auftaucher«. Mit »Waves« findet der Tanzabend »Gravitas« eine Fortsetzung und »Seid was ihr wollt« von Massimo Gerardi nach Klaus-Kinski-Rezitationen wird die TanzArt eröffnen.

Kinder- und Jugendtheater – Als Familienstück zur Weihnachtszeit inszeniert Jule Kracht »Gurkes Glück« von Carolin Jelden. Abdul M. Kunze, Leiter des Jugendtheaters, verspricht ein Abenteuerstück in einer fantastischen Welt, mit der erfahrenen Regisseurin des Schnabel-Theaters am Nationaltheater Mannheim. Schauspieler Lukas Goldbach darf als Regisseur mit »Himmel und Hände« (Carsten Brandau) Kinder ab vier Jahren glücklich machen. Roland Schimmelpfennigs »Die Biene im Kopf« inszeniert Suse Pfister für alle ab acht Jahren und Martin Gärtners Kinder- und Jugendchor des Stadttheaters, in Kooperation mit der Musikschule Gießen, führt die Oper »Eloise« von Karl Jenkins auf, die auf dem Andersen-Märchen »Die wilden Schwäne« basiert.

Familien- und Schülerkonzerte – Besucher aller Altersstufen können bei den Familien- und Schülerkonzerten am 24. September, 17. Januar und 3. April jede Menge rund um Musik und ihre Kompositionen erleben. Die Palette reicht von »Peter und der Wolf«, »Don Giovanni und die Stimmen« (eine muntere Reise durch die Welt der Stimmfächer) bis zu Modest Mussorgskis »Bilder einer Ausstellung«.

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