07. Oktober 2019, 22:11 Uhr

Eine Stimme der Extraklasse

07. Oktober 2019, 22:11 Uhr
Ronny Weiland im Hermann-Levi-Saal.

Künstler wie Ronny Weiland, der an einem verregneten Sonntagnachmittag im Hermann-Levi-Saal des Rathauses gastierte, gibt es nicht mehr viele. Auf den im thüringischen Apolda geborenen Sänger mit dem XXL-Bass trifft das gleich mehrfach zu. Das beginnt damit, dass er live singt. Durch die verschiedenen Fernsehformate, bei denen die Interpreten allenfalls durch Mundbewegungen die Illusion echten Gesangs vermitteln, hat es das Publikum verlernt, echten Gesang von Playback-Darbietungen zu unterscheiden. Ganz alleine ein Programm von 2,5 Stunden für eine dreistellige Besucherzahl zu bestreiten, sein eigener Moderator zu sein, das Publikum zu aktivieren wie etwa bei einem kleinen Balalaika-Kurs oder als akustisch an der »Petersburger Schlittenfahrt« Beteiligte und viel mehr als das Erwartete zu bieten, muss erst einmal jemand schaffen.

Nun ist Weiland wahrlich kein Unbekannter im Grenzbereich zwischen leichter Klassik, volkstümlicher Musik und Schlager. Und das von ihm Erwartete ist vor allen Dingen Liedgut der »russischen Seele«. Davon durften Proben wie das einsame Glöckchen, von Moskauer Nächten und natürlich dem Soldaten am Wolgastrand nicht fehlen. Geschweige denn besagte Schlittenfahrt oder die Hommage an Iwan Rebroff, mit der Weiland zu Beginn seiner Karriere vor rund 15 Jahren an diesen großen Künstler erinnerte.

Aber Weiland will mehr. Er möchte durch neue Interpretationen vertrauten Liedgutes mit vielen originellen Ansätzen, Musik vor dem Vergessen retten, die Generationen begeisterte. Zudem hat er eigene Lieder komponiert, die an Werte wie Dank an die Eltern und Ehrfurcht vor dem Alter appellieren, zur Rückbesinnung auf diese hinweisen.

Seine außergewöhnliche Stimmkapazität brachte Weiland immer wieder reichen Beifall ein, denn er verfügt wirklich über eine Stimme der Extraklasse. Nach Erkundungen der russischen Seele, Walzer und Barcarole, Kalinka und Kasatschok beschloss das inbrünstig vorgetragene »Ich bete an die Macht der Liebe« einen Abend, der den grauen Regen vergessen machte. (Foto: has)

Schlagworte in diesem Artikel

  • Gesang
  • Gießen
  • Klassische Musik
  • Künstlerinnen und Künstler
  • Publikum
  • Schlager
  • Seele
  • Sänger
  • Volksmusik
  • Walzer
  • Gießen
  • Dr. Hans-Wolfg. Steffek
  • Schlagwort zu
    Meine Themen

    Sie haben bereits 15 Themen gewählt

    Sie folgen diesem
    Thema bereits

Klicken Sie auf ein Schlagwort, um es zu „Meine Themen” hinzuzufügen oder weitere Inhalte dazu zu sehen.


0
Kommentare | Kommentieren

Bilder und Videos

Kommentare

Kommentar hinzufügen

Kommentar schreiben - Ihre Meinung zum Thema ist gefragt


Kommentare werden erst nach einer Prüfung durch die Redaktion veröffentlicht. Bitte beachten Sie die Netiquette sowie die Hinweise nach dem Absenden Ihres Beitrags.


Überschrift
Meine Meinung





Sie haben noch kein Login? Jetzt kostenlos registrieren.

Registrieren Sie sich kostenlos um Ihren Kommentar abzuschließen:

Wir garantieren Ihnen, dass alle persönlichen Daten nur beim Verlag intern verwendet werden und nicht ohne Zustimmung an Dritte weitergegeben werden.


Bitte beantworten Sie noch die folgende Sicherheitsfrage:
Wieviel ist 4 + 1: 




Sie sind bereits registriert? Zurück zum Login.