22. Juni 2017, 20:01 Uhr

Ein musikalischer Ausklang

22. Juni 2017, 20:01 Uhr
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Von Guido Tamme
Überraschunggast: Sänger Wolfgang Keil als Hardrocker mit Schlips. Hinten: Dieter Steinmann (l.), Christian Knaus. (Fotos: ta)

»Wein, Weib und Gesang« beschrieb Wolfgang Keil seinen künftigen Lebensinhalt. Der bisherige stellvertretende Vorstandsvorsitzende der Sparkasse Gießen, der zum 31. Juli in den Ruhestand geht, meinte mit diesem Scherz, dass er bald mehr Zeit für Ehefrau Eva hat, sich verstärkt im Weingut seiner Familie im Rheingau engagieren will und als Gitarrist und Sänger wieder seiner Leidenschaft Rockmusik widmen wird.

Zuvor hatte Landrätin Anita Schneider als Vorsitzende des Verwaltungsrats das berufliche Lebenswerk des 64-Jährigen gewürdigt, der es vom Lehrling über den Firmenkundenberater bis zum Vizevorstand gebracht hat, und zwar ausschließlich bei der Sparkasse. »Beliebt bei den Mitarbeitern und geschätzt von den Kunden« sei er durch Kompetenz und kommunikative Fähigkeiten, aber auch durch Humor und Esprit »zum Gesicht der Sparkasse geworden«, betonte Schneider.

Von einer Bilderbuchkarriere sprach auch Oberbürgermeisterin Dietlind Grabe-Bolz in einem Grußwort für die Stadt. Ihren Wunsch, dass Keil weiter ein engagierter Bürger bleibt, der Stärken und Chancen Gießens sieht und fördert, will der künftige Pensionär erfüllen: Seine Ehrenämter wird er weiter wahrnehmen.

»Ich kann mir überhaupt nicht vorstellen, wie es bei der Sparkasse ohne mich weitergehen kann«, scherzte Wolfgang Keil, ehe er sich bei seinen Vorstandskollegen Peter Wolf und Ilona Roth für die gute und vertrauensvolle Zusammenarbeit bedankte. Dank für deren Unterstützung galt auch den fünf Firmenkunden-Abteilungsleitern und besonders seiner Sekretärin Diana Hösl.

Humorvoll ging es weiter mit dem ersten Überraschungsgast des Abends im Zelt am GRG-Bootshaus, das fast 250 Firmenkunden und Freunde Keils gefüllt hatte. Als Schlammbeiser skizzierte Axel Pfeffer in seiner unnachahmlichen Art private Seiten seines Freundes. Vor der Freigabe des italienischen Büfetts bereicherte Hobbysänger Heinz-Jörg Ebert den schönen Sommerabend: Dabei stand Keils Lieblingsband im Blickpunkt, die Rolling Stones. Für einen Song musste auch Wolfgang Keils ans Mikrofon, sozusagen als Überraschungsgast.

Begonnen hatte der Abend, durch den der frühere n-tv-Moderator Andreas Franik führte, nüchterner, nämlich mit einem kurzen Vortrag von Gabriele Widmann im Zuge des Sparkassen-Forums für Firmenkunden. Die Volkswirtin bei der DeKaBank Deutsche Girozentrale beantwortete die Ausgangsfrage »Welt ohne Zinsen?« mit einem klaren »Vorläufig Ja«. Sie schätzt, dass ein normales Niveau von zwei bis drei Prozent erst wieder im Jahr 2026 zu erwarten ist. Eine vorsichtige Anhebung des Leitzinses erwarte sie erst Ende 2019. Ein früherer Zeitpunkt sei auch gar nicht wünschenswert, denn das würde die Wirtschaft abwürgen und rasch zur Inflation führen. Die gute Situation auf dem Arbeitsmarkt und der Verzicht auf starke Lohnanstiege zeigen laut Widmann, dass der Wettbewerb funktioniert. Die Arbeitnehmer wüssten, dass viele ihrer Tätigkeit auf Dauer durch Maschinen ersetzbar seien und bei zu hohen Personalkosten eine Abwanderung in Billiglohnländer drohe.

Das Sparen lohnt sich der Expertin zufolge also vorerst nicht. Sie empfiehlt deshalb, in Aktiendepots zu investieren: »Schrittweise einsteigen, breit streuen.« Denn solange die Weltwirtschaft wachse, stiegen die Kurse. Und das Wachstum sei über Jahrzehnte durch den technischen Fortschritt und die stete Zunahme der Weltbevölkerung gesichert.



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