07. Juni 2019, 22:12 Uhr

Ein Riss geht durch das Haus

07. Juni 2019, 22:12 Uhr
Andreas Schwicker zeigt den Riss. (Foto: ep)

Alexander Schwicker war kürzlich für ein Wochenende nicht in Gießen. Als er wiederkam, erlebte er eine böse Überraschung. Tiefe Risse zogen sich nicht nur durch seine Garage, sondern auch durch den Anbau seines Hauses. »Die sind bis zu einem Zentimeter dick. Der ganze Anbau droht abzustürzen«, sagt der Gießener. Der Grund für den Ärger befindet sich auf dem Nachbargrundstück. Dort soll eine Tiefgarage samt Gebäude entstehen. Die Baugrube beginnt direkt an Schwickers Hauswand. »Die Arbeiten wurden derart unsachgemäß ausgeführt, dass etliche Schäden an meinem Haus entstanden sind«, sagt Schwicker. »Und es werden immer mehr.«

Solche Vorfälle sind keine Seltenheit. Meist sind es durch Erdarbeiten verursachte Erschütterungen oder aber fehlende bzw. unsachgemäß angebrachte Stützkonstruktionen, die zu Schäden an Nachbargebäuden führen. In solchen Fällen steht dem Eigentümer des beschädigten Hauses bei nachgewiesenen Mangel Schadensersatz zu.

Schwicker sorgt sich nun, dass der Anbau seines Hauses, in dem obendrein noch ein Mieter wohnt, noch weiter absacken und womöglich in die Baugrube abstürzen könnte. Experten der Gegenseite hätten dies zwar ausgeschlossen, so recht trauen wolle er dieser Einschätzung aber nicht. »Bei jedem Geräusch steht man hier stramm.« Die Bauarbeiter hätten die Garage mit einem Holzkonstruktion abgestützt, den danebenliegenden Anbau jedoch nicht.

Der Stadt ist der Vorfall in der Weststadt bekannt. »Es gibt aber keine Anhaltspunkte für die Annahme, dass die Baugrube nicht gemäß Baugenehmigung errichtet wurde«, teilt Stadtsprecherin Claudia Boje mit und fügt hinzu: »Unserer Einschätzung nach besteht auch statisch keine Einsturzgefahr.«

Die Stadtsprecherin geht jedoch davon aus, dass die Schäden zu einer zivilrechtlich zu klärenden Angelegenheit werden. Mit dieser Einschätzung hat sie recht, Schwicker hat einen Anwalt eingeschaltet. Zwar habe der Bauherr angeboten, die Schäden beseitigen zu lassen, Schwicker will sich allerdings nicht auf die auf dem Nachbargrundstück tätige Baufirma verlassen. »Nach den Schäden ist das Vertrauen nicht sonderlich groß«, sagt der Gießener. Als Nächstes werde sich ein externer Gutachter die Risse ansehen.

Der Bauherr wollte sich auf Anfrage dieser Zeitung nicht zu der Angelegenheit äußern.

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