18. Januar 2019, 21:47 Uhr

Ein Hauch von Sotheby’s im Museum

18. Januar 2019, 21:47 Uhr
Hanns Pellars Gemälde »Der Perlenkönig« hängt im Oberhessischen Museum. (Foto: pm)

Das Jahr 2019 beginnt im Oberhessischen Museum mit dem Vortrag »Hanns Pellar: Theatralisches Rokoko und Märchen« am Donnerstag, 24. Januar, um 19 Uhr. Das Oberhessische Museum stimmt mit diesem abendlichen Empfang auf das ereignisreiche Jahr 2019 ein. Im Rahmen der noch bis 27. Januar laufenden Ausstellung »Kunst und Leben. Gustav Bock und seine Kunststiftungen 1915 und 1917« hält die Kunsthistorikerin Dr. Britta Olényi von Husen einen Vortrag zum Werk von Hanns Pellar. Sie beleuchtet die Themen und die Entstehung der Gemälde, die Gustav Bock später dem Oberhessischen Museum stiftete. Im Anschluss lädt die Museumsgesellschaft zu einem Weinempfang ins Foyer des Alten Schlosses ein. Die Sonderausstellungsräume werden für Besucher an diesem Abend von 18.30 bis 22 Uhr geöffnet sein.

Hanns Pellar (1886–1971), in Wien geboren, wurde ab 1906 bei Franz von Stuck in München ausgebildet. Sein erster öffentlicher Erfolg war eine fantasievolle Folge von Märchenfiguren in Rokokokostümen, die 1909 bei dem Kunsthändler Heinrich Thannhauser in München ausgestellt, nachträglich mit einem Text von Fritz von Ostini versehen wurde und zu einem sehr erfolgreichen Kinderbuch avancierte. Durch dieses Buch mit dem Titel »Der kleine König« wurde der Großherzog Ernst Ludwig von Hessen und zu Rhein auf Pellar aufmerksam und berief ihn 1911 an die Mathildenhöhe in Darmstadt.

Im Oberhessischen Museum haben sich dank der Stiftung des Industriellen und Kunstsammlers Gustav Bock herausragende Werke aus der wichtigen Schaffensperiode des Künstlers erhalten, deren geschlossene Präsentation einen besonderen Blick auf die Kunst Hanns Pellars wirft. Bereits 1912, also ein Jahr nach der Berufung Pellars nach Darmstadt, hatte Gustav Bock die Gruppe von Gemälden des Künstlers auf dem Kunstmarkt in Berlin erworben. Diese Werke, die er bald darauf seiner Heimatstadt vermachte, illustrieren die thematischen Vorlieben in besonderer Weise und sollen im Rahmen des Vortrages näher beleuchtet werden.

In der Ausstellung werden sowohl dem großzügigen Stifter und seinem Schicksal unter der NS-Herrschaft als auch dem bis heute kaum öffentlich bewahrten Werk des Künstlers Pellar, der Deutschland mit seiner Familie im Jahr 1933 aufgrund der jüdischen Abstammung seiner Ehefrau verließ, Rechnung getragen.

Referentin Dr. Britta Olényi von Husen ist als wissenschaftliche Referentin für die Provenienzforschung im Museumsreferat der Stadt Köln tätig. Sie ist vereidigte Sachverständige für Gemälde des 19. Jahrhunderts und war von 1999 bis 2006 bei Sotheby’s Deutschland (Köln) und von 2006 bis 2011 im Restitution Department von Sotheby’s in London tätig. Sie hat Betriebswirtschaftslehre an der Fachhochschule in Mannheim sowie Kunstgeschichte in Bonn studiert und über Hanns Pellar promoviert.

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