25. September 2017, 15:40 Uhr

Wohnungsnot

Ein Dach für den Studentenkopf

Das Wintersemester steht vor der Tür. Doch nicht alle, die in Gießen ihr Studium beginnen, haben schon ein Dach über dem Kopf. Wir beantworten die wichtigsten Fragen zur Wohnungssuche.
25. September 2017, 15:40 Uhr
Die Studentenwohnheime sind fast alle ausgebucht. Es gibt aber noch andere Möglichkeiten, um an ein Zimmer zu kommen. (Foto: Schepp)

Wie ist die Situation auf dem Gießener Wohnungsmarkt?

Angespannt. Gerade im niedrigpreisigen Sektor ist die Nachfrage trotz mehrerer Neubauten größer als das Angebot. Das liegt auch an den seit Jahren steigenden Studienzahlen an JLU und THM. »Es fehlt weiterhin an ausreichend kostengünstigem Wohnraum für Studierende«, betont Ralf Stobbe, Geschäftsführer des Studentenwerks Gießen. Vergangenes Jahr wurden zwar im Leihgesterner Weg 60 und in der Stephanstraße 21 neue Wohnheimplätze realisiert. Die insgesamt 2648 Plätze in Gießen sind aber trotzdem fast alle vergeben. In den folgenden Jahren will das Studentenwerk daher weitere 325 Plätze realisieren. Die Stadt und die Wohnbau planen überdies 400 Ersatz- bzw. Neubauten im sozialen Segment.
 

Wie komme ich jetzt noch an eine Wohnung?

Wer auf den einschlägigen Internetseiten oder dem Immobilienportal dieser Zeitung (www.immo-in-mittelhessen.de) nicht fündig wird, kann es bei »Netzwerk Wohnen« versuchen. Dabei handelt es sich um ein kostenfreies Angebot des Studentenwerks. »Wir sammeln die Angebote privater Vermieter in und um Gießen und Friedberg zentral in unseren Servicebüros und stellen diese den wohnungssuchenden Studierenden tagesaktuell zur Verfügung«, sagt Stobbe. Bis zum 27. Oktober können Vermieter ihre Zimmer- und Wohnungsangebote telefonisch unter 06 41/40 00 83 30, per Fax (06 41/40 00 83 09) oder per E-Mail an netzwerkwohnen@studwerk.uni-giessen.de melden. Wer möchte, kann sein Angebot auch in der Online-Wohnungsbörse des Studentenwerks einstellen oder persönlich am Info-Point der Mensa OBS melden. Am Info-Point können Interessierte zum einen täglich aktuelle Wohnungsangebote einsehen, zum anderen besteht die Möglichkeit, von zwei Netpoints aus kostenfrei ins Internet zu gehen und dort Wohnungsbörsen zu durchforsten. Zusätzlich können Studierende hier auf lokale Zeitungen mit Wohnungsanzeigen zugreifen.
 

Wo können Leute unterkommen, die für die Wohnungssuche in Gießen eine weite Anreise auf sich nehmen?

Auch zum Start dieses Wintersemesters stellt das Studentenwerk Übergangsquartiere zur Verfügung. Sie können am Info-Point angemietet werden.
 

Nicht nur der Wohnungsmarkt, auch die Plätze in Wohngemeinschaften sind hart umkämpft. Wie vergrößere ich meine Chancen beim WG-Casting?

Vor dem Besuch der WG sollte man die Details aus der Anzeige verinnerlicht haben, um nicht alles doppelt erfragen zu müssen. Auf Pünktlichkeit wird geachtet sowie auf normale Kleidung. »Am besten erscheint man als der Mensch, der man ist«, sagt Stefan Grob vom Deutschen Studentenwerk in Berlin. Schließlich gehe es darum, einen authentischen Eindruck zu hinterlassen. Weitere Tipps: Ehrlich sein, mögliche Probleme (Rauchen, Partys) ansprechen, Interesse zeigen und vor allem: Alleine kommen. Laut Grob ist es ein absolutes No-Go, Eltern oder Freunde mitzubringen.
 

Was muss man beim Unterschreiben des WG-Mietvertrags beachten?

Vom Mietvertrag hängt sehr viel ab. Das betont Stefan Kaisers, der Vorsitzende des Gießener Mietervereins. »Unterschreibt nur ein WG-Bewohner, ist er allein Mieter – und haftet auch allein für die Überweisung der Miete sowie der Betriebskosten für die Wohnung. Die anderen sind nur Untermieter. Kann einer nicht zahlen, müsste der Hauptmieter für dessen Anteil aufkommen und ihn sich dann zurückholen. Der Hauptmieter kann auch allein das Mietverhältnis kündigen. Die anderen müssten dann ebenfalls ausziehen.« Kaisers empfiehlt daher, dass alle WG-Mitglieder den Vertrag unterschreiben. Dann seien alle gleichberechtigte Mieter und könnten alle nur gemeinsam kündigen. Jeder Mieter hafte dann gesamtschuldnerisch für fällige Zahlungen gegenüber dem Vermieter. Der Mieterverein rät zudem, dass wenn im Vertrag festgehalten sein sollte, dass an eine Wohngemeinschaft vermietet wird. »Zieht jemand aus, können die übrigen WG-Mitglieder dann vom Vermieter verlangen, dass sie Nachfolger aufnehmen können, wie das Bundesverfassungsgericht entschied.«

Schlagworte in diesem Artikel

  • Bundesverfassungsgericht
  • Justus-Liebig-Universität Gießen
  • Kaiserinnen und Kaiser
  • Mieter
  • Mittelhessen
  • Stefan Kaiser
  • Studentenwerke
  • Vermieter
  • Wohnungsmarkt
  • Christoph Hoffmann
  • Schlagwort zu
    Meine Themen

    Sie haben bereits 15 Themen gewählt

    Sie folgen diesem
    Thema bereits

Klicken Sie auf ein Schlagwort, um es zu „Meine Themen” hinzuzufügen oder weitere Inhalte dazu zu sehen.


0
Kommentare | Kommentieren

Bilder und Videos

Kommentare

Kommentar hinzufügen