12. Juli 2019, 22:11 Uhr

»Ei gude, wie?«

12. Juli 2019, 22:11 Uhr
Nadia Ismail (l.) führt die Mitglieder des Wissenschaftsrates durch die aktuelle Ausstellung in der Kunsthalle. (Foto: csk)

Ist der Gast freundlich, dann ist man gerne gastfreundlich. Und dieselbe Sprache zu sprechen, hilft natürlich sowieso immer. Prof. Martina Brockmeier traf also genau den richtigen Ton, als sie am Donnerstagabend im Rathaus ihr Publikum begrüßte. »Ei gude, wie?«, erkundigte sich die Vorsitzende des Wissenschaftrates beim Empfang der hessischen Landesregierung für das wichtigste wissenschaftspolitische Beratungsgremium Deutschlands nach der allgemeinen Stimmung im Saal. Der 32 Mitglieder zählende Rat weilte von Mittwoch bis Freitag zu seinen turnusmäßigen Sommersitzungen in Gießen.

Den Grußwort-Reigen eröffnete Ayse Asar, Staatssekretärin im hessischen Ministerium für Wissenschaft und Kunst. Sie nannte den Rat einen »wichtigen Impulsgeber« bei politischen Debatten und skizzierte drei Felder, auf denen die noch recht frische Landesregierung die »Strategiefähigkeit« hessischer Hochschulen stärken werde. So sehe der schwarz-grüne Koalitionsvertrag vor, die Grundfinanzierung während der laufenden Legislatur um vier Prozent zu erhöhen. Ferner wolle man das Förderprogramm LOEWE weiterentwickeln und sein Budget um 100 Millionen Euro jährlich steigern sowie die Forschung an Fachhochschulen stärken.

Brockmeier lobte die hessische Landesregierung im Gegenzug unter anderem für die wissenschaftspolitische »Bereitschaft, neue Wege zu gehen«. Beispielhaft führte sie die Entscheidung an, Fachhochschulen unter bestimmten Bedingungen ein befristetes Promotionsrecht zu verleihen. Die Kooperation zwischen Wissenschaftsrat und Politik beschrieb sie als eng und konstruktiv, wenngleich immer wieder von unterschiedlichen Ansichten geprägt. Schließlich widmete sich die gebürtige Niedersächsin und ehemalige JLU-Studentin ihren Gastgebern, den Hessen. Diese seien bisweilen »etwas wortkarg«, in der Regel aber »mindestens ebenso effizient«. Außerdem »stehen sie füreinander ein, und zwar auch in der Wissenschaft«.

Stellvertretend für den Magistrat hieß Stadträtin Gerda Weigel-Greilich die Ratsmitglieder willkommen. Ihre Ansprache nutzte sie, um auf aktuelle politische Entwicklungen zu blicken. Vielerorts erstarke heute »ein rückwärtsgewandtes Denken, das nach einfachen Erklärungen sucht«, sagte sie. Gerade in einer Stadt wie Gießen, die von zwei Hochschulen wesentlich geprägt werde, müssten Bürger dagegen stets die Freiheit von Forschung und Lehre hochhalten. »Die Wertschätzung wissenschaftlicher Fakten und eine offene und tolerante Gesellschaft gehören zusammen.«

Wie schon am Vorabend bei einem Empfang im Mathematikum vertrat JLU-Vizepräsident Prof. Peter Kämpfer den Präsidenten Prof. Joybrato Mukherjee, der in Nordamerika weilt. Im geselligen Teil des Programms besuchten die Ratsmitglieder neben Rathaus und Mathematikum den Botanischen Garten und die Hermann-Hoffmann-Akademie. Zudem führte die Leiterin der Kunsthalle, Nadia Ismail, durch die Ausstellung »Sequence as a Dialogue« von Katja Stuke und Oliver Sieber in der Kunsthalle.

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