20. Juli 2017, 20:20 Uhr

Drohender Lehrermangel: Uni baut Studiengänge aus

20. Juli 2017, 20:20 Uhr
Karen_werner
Von Karen Werner

Dank höherer Geburtenraten und Zuwanderung steigt die Zahl der Kinder in Deutschland – doch für sie fehlen Lehrer. Mit dieser Aussage hat eine Studie der Bertelsmann-Stiftung kürzlich für Wirbel gesorgt. Die Justus-Liebig-Universität habe schon vor Monaten »die Weichen gestellt« und schaffe zusätzliche Studienplätze für angehende Lehrer. Das sagte JLU-Präsident Prof. Joybrato Mukherjee am Mittwoch in der Sitzung des Senats.

Schon ab Oktober startet die Erweiterung um 15 Prozent, das sind 105 Plätze. Finanziert wird dieser Aufwuchs vom Land. Zunächst bleibt die Initiative beschränkt auf die Lehrämter für Grund- und Förderschulen. Auf Nachfrage erklärte Mukherjee aber, Erweiterungen seien auch in den anderen Lehramtsstudiengängen denkbar. Prognosen von zurückgehenden Schülerzahlen hätten sich teilweise als »Makulatur« erwiesen. »Die grundsätzlichen Entwicklungen zeigen, dass wir gut daran tun, Lehrerbildung als einen Schwerpunkt zu behalten und auszubauen, wo es geht.« Voraussetzung sei, dass es genug Raum, Lehrpersonal und Geld dafür gibt.

Ein gutes Fünftel der 28 000 Studierenden an der JLU sind für ein Lehramt eingeschrieben. Das Kultusministerium sah schon vergangenes Jahr einen Lehrermangel. Man habe 800 neue Stellen geschaffen, in diesem Jahr sollen 1100 dazukommen, erklärte die Landesregierung. An den hessischen Universitäten werde es ab Herbst 315 zusätzliche Studienplätze für angehende Grundschul- und Förderschullehrer geben. Laut der Bertelsmann-Stiftung steigen die Schülerzahlen in Deutschland bis 2025 um etwa vier Prozent, bis 2030 wird ein Plus von acht Prozent erwartet.



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