20. Februar 2018, 20:55 Uhr

Drei von 23 prämierten jungen OVAG-Autoren

20. Februar 2018, 20:55 Uhr
Ali Shaker, Julia Pfeifer und Laura Nold (v. l.) lesen ihre Geschichten vor. (Foto: pm)

Gießen (pm). »Morgens bin ich immer müde.« Eine Klage, die vielen nicht unbekannt ist, nicht selten aus eigener Erfahrung. In der gleichnamigen Geschichte der 21-jährigen Studentin Laura Nold gewinnt dieser Seufzer jedoch eine dramatische Dimension: Ihre Figur ist eine manisch Besessene, die jede Nacht nach dem gleichen Ritual, welches sich an bestimmte Uhrzeiten und Zahlen klammert, die Straßen ihrer Stadt abläuft. Sie ist derart vertieft in ihr Tun, dass sie sogar die Vergewaltigung einer Frau an einer Tankstelle kaltlässt.

Lesung in der Herderschule

Auf die Idee kam Laura Nold, als sie spätabends in ihrem Wohnort Grünberg erstaunt feststellte, dass eine Ampel von Rot partout nicht auf Grün umsprang. »So kam mir zunächst der Gedanke, eine Geschichte über Ampeln zu schreiben. Zudem habe ich seit jeher ein Faible für Außenseiter. Deshalb habe ich diese beiden Ansätze kombiniert«, beantwortete sie eine der Fragen von Schülern der Herderschule.

Wie in jedem Jahr gastierten auch nun wieder drei der insgesamt 23 Preisträger des Jugend-Literaturpreises der OVAG dort in der Mensa. Für Laura Nold war es bereits das dritte Mal in Folge, denn so oft war sie bei diesem Wettbewerb schon unter den Preisträgern und belegte im Jahr 2017, bei der 14. Auflage, den dritten Platz.

Ein Debütant war Ali Shaker (15 Jahre) aus Gießen, der das Landgraf-Ludwigs-Gymnasium besucht. In »Zimmer 396« wirft er den Blick auf einen Tag eines Jungen mit Migrationshintergrund, der längst die Schule abgebrochen hat, um die Stelle eines Verkäufers in einem arabischen Lebensmittelgeschäft anzunehmen. Er bangt um seine Mutter, die wegen einer schweren Krankheit im Krankenhaus liegt. Da erreicht ihn der Anruf eines Freundes, der ihn auffordert, bei einem krummen Ding mitzumachen. Wie wird er sich entscheiden?

»Gesammelte Werke« für 12 Euro

Bereits zum dritten Mal unter den Gewinnern war Julia Pfeifer (22) aus Lich. In »Löscharbeiten« wirft sie die Frage auf, wie sehr wir an Dingen des Alltags hängen, wie sehr wir uns mit diesen identifizieren, wie sehr sie uns bestimmen. Wenn die Möglichkeit bestünde: Was würden wir bei einem Wohnungsbrand retten wollen? .

Das Buch »Gesammelte Werke« mit den Geschichten aller Preisträger kostet 12 Euro und ist erhältlich unter Tel. 0 60 31/68 48 11 18 oder silke.scriba@ovag-energie.de. Einsendungen für den diesjährigen Wettbewerb bis 15. Juli per E-Mail an andreas.matle@ovag-energie.de.

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