23. Mai 2019, 22:21 Uhr

Döner-Test und andere Blödeleien

23. Mai 2019, 22:21 Uhr
Viele Gießen-Gags werden von Max Stümpel, Hans-Georg Wilhelm Braun, Paul von Rosen und Stefan Dörsing (v. l. n. r.) bei »SOS« ins Publikum gestreut. (Foto: sag)

Im Zentrum des Abends stand die Frage, die bereits Generationen von Gießener Studierenden beschäftigt hat: Wo gibt es den besten Döner der Stadt? Damit beschäftigte sich das Team der Linie 17, ein kreativer Zusammenschlusses von Studierenden des Studiengangs Eventmanagement und -technik, der auch für die beliebte Powerpoint-Karaoke verantwortlich zeichnet, jetzt im Rahmen der ersten Gießener Late-Night-Show »SOS - Sekt oder Selters« im vollbesetzten Ulenspiegel. Mit nur drei Dönern, die zur Wahl standen, blieb diese empirische Untersuchung aber hinter ihren Möglichkeiten zurück. Und auch am restlichen Konzept darf noch an so manchen Stellschrauben gedreht werden.

»Diese Wahl ist doch getürkt!« grölt eine Zuschauerin, als Paul von Rosen, Stefan Dörsing und Max Stümpel zum Döner-Testessen antreten, »Paul, du bist doch Vegetarier«, ruft eine Zweite. Die beiden Mädels lösen dabei die Lacher des Abends aus - ansonsten bleibt das Publikum eher verhalten. Dabei ist das Konzept der eigenen Late-Night-Show für Gießen eine absolut pfiffige Idee. Die Intention, dem hässlichen Entlein Gießen mit akzentuierter Blödelei zu neuem Glanz zu verhelfen, kommt charmant daher. Eben ein Abend von Gießenern für Gießener. Dass dabei natürlich auch die bei Studenten beliebte und oft als Vorzeigeobjekt dienende Nachbarstadt Marburg ihr Fett weg bekommt, ist dabei so klar wie Kloßbrühe.

Ansonsten haben die Macher die heimischen Lokalzeitungen durchforstet, witzeln über Gießens »Weltkulturerbe«, das Elefantenklo, den Marine-Verein, den Aufsteigerverein des FC Gießen. Sie fordern, den geflügelten Löwen auf dem Gießen-Wappen durch einen Elefanten zu ersetzen, und blödeln, dass es die Region manchmal auch mit Schlagzeilen wie der vom »Scheißer aus Heuchelheim« in die Schlagzeilen schaffe. Die Ansätze sind super, bieten Futter für unzählige Late-Night-Abende, die Gags verpuffen aber oft durch übertriebene Wiederholung oder durch Ungenauigkeiten. Mit dem vierten im Bunde, Hans-Georg Wilhelm Braun als »schlauestem Menschen der Welt« und als verrücktem Professor, den übereinander vorgetragenen Vorstellungstexten über die Macher, Spiel- und Talkrunden mit Publikumsgästen, darunter auch ein munteres Songtitel-Raten anhand von Google-Übersetzungen, hat der Abend auf jeden Fall Potenzial. Und auch das Bühnenbild gefällt mit Leuchtglobus, Palettensofa und dem versprochenen Tiger.

Wenn sich die Macher die Zeit nehmen, an einigen Stellen noch einmal die Feile anzusetzen, kann die Late-Night-Show im Ulenspiegel künftig zu prickelndem Sekt statt Selters werden.

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