02. März 2019, 14:00 Uhr

Faschingszug

Die wichtigsten Infos zum Gießener Fassenachtszug

Am Sonntag lockt der Faschingszug wieder Zehntausende nach Gießen. Für alle, die umfassend informiert zum »Zuch« kommen möchten, gibt es hier die wichtigsten Dinge im Vorfeld.
02. März 2019, 14:00 Uhr
Selfies sind am Sonntag beim »Umzuch« mindestens genauso gefragt wie Gutzje. (Foto: Schepp)
 
Fotostrecke: Gießens großer Fassenachtszug 2019

Welchen Weg nimmt der närrische Lindwurm?

Es bleibt bei der bewährten Strecke: Der Tross, den Zugmarschall Bernd Hachenberger auf seiner Lokomotive anführt, startet um Punkt 13.33 Uhr in der Ringallee und schlängelt sich zunächst über die Grünberger Straße und die Ludwigstraße, weiter durch die Bleichstraße und die Südanlage bis zum Elefantenklo. Von dort aus führt der Weg über Westanlage, Bahnhofstraße, Marktplatz, Kirchenplatz und Walltorstraße zurück zum Ausgangspunkt.

Welche Gruppen haben sich angemeldet?

Mit 71 Nummern fällt der »Zuch« etwas kürzer aus als im Vorjahr. Angemeldet sind 41 Motivwagen und 30 Fußgruppen. Die Gießener Fassenachts-Vereinigung (GFV) ist mit zwölf Wagen vertreten, das ist einer mehr als 2018. Der neue Präsidentenwagen erhielt am vergangenen Samstag die TÜV-Freigabe. Wie immer mit dabei sind befreundete Faschingsvereine der Region und die Fanfarenzüge »Hansa« und »Zauberklang«. Nach ihrem gelungenen Auftritt im Vorjahr zählt auch die Fünfziger-Vereinigung erneut zum Teilnehmerfeld, eine Premiere erlebt die Delegation der Städtepartnerschaftsvereine. Zum ersten Mal mit dabei sind die Deutsch-Englische Gesellschaft sowie die Vereine Gießen-Netanya und Gießen-Ferrara.

Wo verfolge ich den Fastnachtszug am besten?

Je nach Vorliebe und Zielsetzung bieten sich verschiedene Orte an. Um einen Sack voll Kamelle nach Hause zu tragen, sollte man sich grundsätzlich lieber nicht am Ende der Strecke postieren, sondern zum Beispiel in der Ringallee oder in der Grünberger Straße. Hotspots wie der Ludwigsplatz versprechen zwar maximale Konkurrenz im Kampf um die Süßigkeiten, aber eben auch den höchsten Partyfaktor – schon wegen der vielen nahegelegenen Kneipen. Und die besten Aussichtsplätze auf dem Elefantenklo werden sicher ohnehin wieder heiß begehrt sein.

Was ist mit Kindern zu beachten?

Hier gibt der Zugchef einen überraschenden Tipp: »Kinder gehören nach hinten, nicht direkt vor die Wagen«, sagt Hachenberger. Schließlich lege die Zugordnung fest, dass Bonbons im weiten Bogen zu werfen seien und nicht fallengelassen werden sollten. Für eine optimale Ausbeute empfiehlt der Zugmarschall den kleinen Narren die Ringallee – also die ersten Meter der Strecke, wenn alle Vorräte gefüllt und die Arme noch nicht lahm vom Werfen sind. Beliebt ist bei Familien erfahrungsgemäß auch der Abschnitt zwischen Schanzenstraße und Kirchenplatz. Sollte ein Kind im Gedränge verloren gehen, findet sich am Kirchenplatz wieder die Kindersammelstelle, die in den vergangenen Jahren gute Dienste geleistet hat.

Wie komme ich möglichst bequem hin und wieder zurück?

Wer in der Nähe wohnt, kann das Angenehme mit dem Nützlichen verbinden – und den Bus nehmen. Dabei sind während des Umzugs diverse Hinweise und Einschränkungen zu beachten. So fahren manche Linien nur eingeschränkt oder nehmen eine andere Route. Die Haltestellen Marktplatz, Oswaldsgarten und Stadttheater werden zwischen 10 und 18 Uhr nicht angefahren. Hier empfehlen die Stadtwerke, auf die Haltestelle Berliner Platz auszuweichen. Die 2, die 6 und die 7 fallen während des Umzugs (zwischen 13 und 16 Uhr) aus. Auf den Linien 1, 2, 5 und 15 setzen die Stadtwerke zusätzliche Gelenkbusse ein. Für alle Fastnachtsfreunde gibt es noch folgenden Tipp: Wer mit bis zu fünf Personen im Stadtbus nach Gießen fährt, spart mit einer Gruppentageskarte. Sie kostet 7,80 Euro. Auch die Verkehrsgesellschaft Oberhessen weist auf Einschränkungen hin. Betroffen sind hier die Linien 21, 22, 25 , 371, 372, 375, 378 und 379 sowie das Anruf-Linien-Taxi 44. Zwischen 12 und 17 Uhr werden sie die meisten Haltestellen in der Innenstadt nicht anfahren. Wenn möglich, sollten Fahrgäste auf die Bushaltestelle Bahnhof ausweichen. Für Autofahrer sind die umliegenden Parkhäuser geöffnet, darunter das am Bahnhof und das am Rathaus sowie an der Westanlage und an der Galerie.

Was unternehmen Veranstalter und Polizei für die Sicherheit?

»Der Sicherheitsstandard beim Zug ist generell sehr hoch«, betont Hachenberger. Das schriftliche Sicherheitskonzept wurde unlängst noch einmal erweitert und umfasst jetzt gut 45 Seiten. So werden die Zufahrtsstraßen zusätzlich gesichert. An neuralgischen Punkten wie in der Grünberger Straße, am Ludwigsplatz und am Marktplatz stehen Absperrgitter, vor denen sich niemand aufhalten darf. Jeden Wagen begleiten vier »Wagenengel« als Sicherheitskräfte. Hachenberger weist darauf hin, dass sämtliche Anweisungen des Ordnungspersonals zu befolgen sind. Die Polizei wird laut Sprecher Jörg Reinemer mit etwa so vielen uniformierten und zivilen Kräften vor Ort sein wie in den vergangenen Jahren. Grund für ihre relativ große Präsenz seien allerdings nicht »konkrete zu erwartende Gefahrenmomente«, unterstreicht Reinemer. Vielmehr handele es sich um »die üblichen Sicherheitsmaßnahmen«. Zum ersten Mal wird ein Teil der Ludwigstraße am Sonntag videoüberwacht.

Gibt es eigentlich Neuigkeiten beim Dauerthema Toiletten?

Eines ist auf jeden Fall neu, um der Unsitte der »Wildpinkelei« Einhalt zu gebieten, die besonders vor zwei Jahren für reichlich Ärger bei Anliegern und Besuchern gesorgt hatte: Die GFV muss als Veranstalterin in diesem Jahr erstmals selbst zehn mobile Toilettenhäuschen entlang der Strecke aufstellen lassen. Sie stehen an der Ringallee, der Ecke Grünberger Straße/Moltkestraße, dem Ludwigsplatz, dem Selterstor und dem Kirchenplatz. Dafür müssen die Betreiber von mobilen Getränke-Verkaufsständen in diesem Jahr jeweils nur eine Miettoilette pro Stand bereithalten – im vergangenen Jahr waren es noch zwei.

An welche Regeln müssen sich Zugteilnehmer und Besucher außerdem halten?

Stadtsprecherin Claudia Boje macht darauf aufmerksam, dass beim Umzug keine Flaschen, Becher, Tassen oder anderes Geschirr aus Glas, Ton oder Porzellan verkauft, verschenkt oder verliehen werden dürfen. Das Abspielen von Musik sowie der Verkauf von Alkohol und Speisen an mobilen Ständen ist einzustellen und die Stände sind unverzüglich abzubauen, sobald der letzte Wagen des Zuges durch ist. »Dies alles dient dazu, das Geschehen auf den Straßen zu beruhigen und die Sicherheit zu erhöhen«, wirbt Boje um Verständnis.

Und wie wird eigentlich das Wetter?

Mit Sonne ist leider nicht zu rechnen, es könnte auch mal regnen. Die Höchsttemperaturen sollen bei milden 10 Grad liegen.

Schlagworte in diesem Artikel

  • Elefantenklo
  • Gießen
  • Ludwigstraße
  • Polizei
  • Sicherheitsstandards
  • Stadtwerke
  • Tipps
  • Video-Überwachung
  • Gießen
  • Christian Schneebeck
  • Schlagwort zu
    Meine Themen

    Sie haben bereits 15 Themen gewählt

    Sie folgen diesem
    Thema bereits

Klicken Sie auf ein Schlagwort, um es zu „Meine Themen” hinzuzufügen oder weitere Inhalte dazu zu sehen.


0
Kommentare | Kommentieren

Bilder und Videos

Kommentare

Kommentar hinzufügen