19. Mai 2019, 18:18 Uhr

Die Gießener Hochburg der SPD

19. Mai 2019, 18:18 Uhr
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Von Dagmar Hinterlang
SPD-Landesvorsitzenden Thorsten Schäfer-Gümbel ehrt Erhard Hoffmann (50 Jahre; 2. von rechts), Boris Binz (25 Jahre; hockend) und Tobias Blöcher (10 Jahre, links). (hin)

Seit 100 Jahren gibt es die SPD in Allendorf - ein stolzes Alter. Grund genug, dies ausgiebig zu feiern, zumal die Sozialdemokraten bundesweit zurzeit um Wählerstimmen kämpfen müssen. In Allendorf sei die Partei dank engagierter Akteure in allen gesellschaftlichen Institutionen verankert - eine echte Volkspartei eben, wie Landesvorsitzender Thorsten Schäfer-Gümbel betonte.

Obwohl Hochburg der SPD, sei die Kommunikation mit den örtlichen Funktionsträgern nicht immer stressfrei gewesen, sagte Schäfer-Gümbel mit einem Schmunzeln. Bei allem Streit sei man aber immer zu einer Lösung gekommen, versicherte der Landesvorsitzende. Zahlreiche Ehrengäste waren in den Hof von Sabine und Hans-Georg Volk gekommen, um das Jubiläum zu feiern. Unter ihnen Landrätin Anita Schneider und Stadträtin Astrid Eibelshäuser. Bei der Festveranstaltung schmerzlich vermisst wurde jedoch Hans Wagner, ein Allendorfer SPD-Urgestein. Wagner war erst vor wenigen Tagen verstorben. Trotz des Trauerfalls hatte sich die Partei entschieden, die Feier stattfinden zu lassen. Wohl wissend, dass Wagner sich dies so gewünscht hätte. Den Vorsitz des Ortsvereins im Jubiläumsjahr haben Anja Daßler und Wolfgang Sahmland inne.

Ortsvorsteher Thomas Euler fasste 100 Jahre Parteigeschichte in seiner Festrede zusammen. Der SPD-Ortsverein Allendorf/Lahn wurde im Jahr 1919 als Arbeiter-Bildungsverein gegründet. Gründungsurkunden sind nicht mehr vorhanden, wohl aber Darstellungen von Zeitzeugen. Euler reflektierte die Jahre bis zum Verbot durch die Nationalsozialisten im Jahr 1933 und den Wiederaufbau nach 1945. Er erinnerte an den langjährigen Bürgermeister des selbstständigen Allendorf/Lahn, Otto Volk II., und an den ersten Ortsvorsteher nach der Eingemeindung Allendorfs in die Stadt Gießen, Helmut Bellof - beides überzeugte Sozialdemokraten. Prominenten Besuch erhielten die Allendorfer Genossen 1981 in der Person des Bundesvorsitzenden Willy Brandt.

Schäfer-Gümbel wünschte sich mehr Teamgeist innerhalb seiner Partei. Das ehrenamtliche Engagement in Allendorf spiegelte er in den vorgenommenen Ehrungen, allen voran von Erhard Hoffmann. Hoffmann ist seit 50 Jahren Mitglied der SPD.

Ausgleichend und prägend

Seine Verdienste zu würdigen, würde den Abend sprengen, meinte Laudator Wolfgang Sahmland. Er hob deshalb nur einige Funktionen und Auszeichnungen hervor, darunter das Bundesverdienstkreuz und die Willy-Brandt-Medaille. Vor allem aber lobte er Hoffmanns ausgleichendes Wesen bei seinem langjährigen Engagement im Stadtparlament und als Allendorfer Ortsvorsteher. Seit 25 Jahren ist Boris Binz Mitglied der SPD. Tobias Blöcher trat vor zehn Jahren ein.



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