25. November 2011, 17:33 Uhr

Didos Tod als gesungener Kriminalfall

Hat sich Dido, die Königin von Karthago, aus Liebeskummer nach dem Weggang des trojanischen Prinzen Aeneas selbst getötet, oder wurde sie Opfer eines Verbrechens? Dieser Frage gingen im gut besuchten Bürgerhaus in Wieseck Schüler der Friedrich-Ebert-Schule nach.
25. November 2011, 17:33 Uhr
Kommissar Kasulke (Fabian Ebert) und Assistent Otto (Dominik Meister) verhaften den Zauberer (Michael Brauer) zur Verwunderung der Praktikantinnen (Sophie Schäfer, Esther Anderer). (Fotos: gl)

Gemeinsam mit Schülern der Marburger Emil-von-Behring-Schule und weiteren Unterstützern sangen, tanzten und spielten sie die Barockoper »Dido und Aeneas« von Henry Purcell, aber nicht in der einstündigen Originalfassung, sondern als rund 90-minütige Tanz- und Kriminaloper. Inszeniert hatte dies Regisseurin Karola Weil, für die Gesamtproduktion waren Wolfgang Schult und Michael Kühn verantwortlich. Und weil die englischsprachigen Sologesangsrollen für Amateure doch ein bisschen zu anspruchsvoll gewesen wären, übernahm die Sopranistin Kira Petry den Titelpart, Michael Brauer sang den Zauberer und Markus Licher den späteren Romgründer Aeneas. Didos Schwester Belinda gab Marion Clausen. Katharina Sahmland und Benedikt Lind waren in kleineren Rollen zu hören. Im Orchester spielten ehemalige Studenten von Wolfgang Schult, von Johannes Becker als Continuo begleitet.

Die Wiesecker Fassung beginnt mit dem Tod Didos, den der coole Kommissar Kasulke (Fabian Ebert) mit seinem Assistenten Otto (Dominik Meister) aufzuklären hat. Die Ermittlung im Königshaus wird von zwei Praktikantinnen (Sophie Schäfer, Esther Anderer), einer Profilerin (Selina Ochs) und einer Journalistin (Saskia Kaffenberger) unterstützt. Und auch Dichter Vergil (Christiane Winterfeld), der den antiken Stoff in seiner »Aeneis« überliefert hat, kann als Zeuge den ein oder anderen Hinweis geben. Doch ob es nun Mord oder Selbstmord war, das kann auch der Kommissar nicht zweifelsfrei klären. Trotzdem bekommen die Zuschauer jede Menge geboten. Da wirbeln Hexen über die Bühne, ein Zauberer landet im Arrest und Dido, gekleidet wie eine Königin aus dem Orient, stirbt und liebt mit voller Hingabe. Ein gelungener Abend, der gezeigt hat, dass man mit ein paar frischen Ideen, viel Spaß an Musik und Spiel und ohne Angst vor großen Tragödien der Weltliteratur allen Beteiligten Freude bereiten kann. gl

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