06. März 2019, 22:08 Uhr

Der Wilde Westen lebt

06. März 2019, 22:08 Uhr
Eine Rakete gibt es für die KFA-Teens. (Foto: rc)

Der Wilde Westen fing zu Karneval im Kleebachdorf und nicht hinter Hamburg an. Die Karnevalfreunde Allendorf (KFA) hatten sich ihn für ihre große Prunksitzung in die Mehrzweckhalle geholt und wollten mit ihrem Motto »Wilder als der wilde Westen« noch eins draufsetzen. »Der Ochsenkopf hat es uns angetan«, schwärmte Sitzungspräsident Jens Krombach vom Bühnenbild. »Es wurde kein Ochse, es wurde ein Stier«. Und so saß der Elferrat in einem gut nachgebildeten Saloon mit vielen Details. »Das beste Bühnenbild, das wir je hatten«, wie Krombach verzückt schilderte, gefiel auch Markus Braun, Bezirksvorsitzender der IG Mittelrheinischer Karneveal. »Respekt« sprach er aus. Sein Besuch galt Sitzungspräsident Jens Krombach, den er mit dem silbernen Verdienstorden der IG auszeichnete und als Anerkennung für seine 25 Jahre im Karneval, davon fünf Jahre als KFA-Sitzungspräisdent.

Krombach zeigte sich überrascht und ein wenig ergriffen über die hohe Auszeichnung. Braun dankte den Karnevalfreunden auch für ihre gute Jugendarbeit. 32 Beine wirbelten zum Auftakt des Abends, der früher als sonst, nämlich um 19.11 Uhr begann, aber deswegen nicht vor Mitternacht endete, über die Bühne. Für die KFA-Teens stieg die erste Rakete. »Im allerschönsten Stadtteil« sei fast nichts passiert, berichtete Deichgraf Elmar Klee. Ein wenig hatte er doch notiert und auch der Blick nach Lützellinden fehlte (wieder) nicht. Dort habe der Fasching »beim Schneiderlein« geendet, wusste der Deichgraf. Das Prinzenpaar Ulrich I. und Bettina I. aus Burkhardsfelden kamen zu Besuch. Und sie brachten die »Traumtänzer« der Burkhardsfeldener Karnevalsfreunde mit, die die Narrhalla zum Beben brachten. »Im Wald, da sind die Räuber«, klang es von der Bühne bei der tollen Aufführung im Geiste von Robin Hood. Die Mitglieder von Stromkasten 64 verkleideten sich passend zum Motto. Cowboys, Cowgirls und Indianer hatten flotte Sprüche im Gepäck, nicht nur vom wilden Westen. Aus 18 kleinen Tänzerinnen bestehen die KFA-Kids, die sich vorstellten. »Wild Stomping Boots« passten mit ihrem Tanz zum Motto. »Im Harem ist der Teufel los«, stellten Scheich Abdul (Hans Luh), der auf die Bühne getragen wurde, und Suleika (Elke Pilz), seine »Lieblingsfrau« fest. »An Fasching sind wir jung«, sangen GOW aus Krofdorf und landeten einen Treffer mit ihrem Auftritt. »Dancing Divas« die Gardetänzerinnen sowie die »Büxxsen«, sind hauseigene Gewächse bei den KFA.

Die Garde eröffnete schwungvoll Teil zwei der Prunksitzung. Anne Briegel, Bernhard Lefevre, Michael Grand und Tobias Blöcher traten als »No Name Group« auf, die für Partystimmung bei den Narren zuständig ist. Als »Pit Schmidt« stieg Bernhard Lefevre in die Bütt und schaffte es zu vorgerückter Stunde, zumindest im vorderen Teil des Saales, bei seinen Geschichten die Gäste mit einzubinden. Als Cowboys wirbelten »Pinsel«, das Männerballett vom KFA, das dringend Mitstreiter sucht, über die Bühne und zeigten dann ihr Drunter. Zu den Heuchelheimer Carnevalisten, die mit einer Abordnung vertreten waren, bestehen gute Kontakte. Sie brachten die Funkengarde mit. Gäste aus Muschenheim sind die »Elefantenfüße«, von Schwerfälligkeit ist bei den Männern aber keine Spur. Im zweiten Teil sahen die Gäste den Elferrat als Sträflinge, der Präsident als Sheriff hatte »Gefangene« gemacht. Als »Muss« der Sitzungen kündigte der Präsident die »Aandorfer Domspatzen« an. »Vorhang auf und Bühne frei« rief Stefan Burger dem Publikum zu und fragte »Aandorf seid ihr jot drupp?«. Das spürte man bei den Gästen in der ausverkauften Halle. Die Hauskapelle umrahmte musikalisch und lud zum Tanzen ein. Beim großen Finale erklang das »Aandorfer Lied«. 166 Orden und sechs Blumenstraße verteilte der Sitzungspräsident an die Mitwirkenden vom »Wilden Westen«, der sicher einen besonderen Eintrag in die Analen des Allendorfer Karnevals verdient hat.

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