12. November 2019, 21:30 Uhr

Der Soundtrack des Lebens

Regisseur Jan Langenheim ist ein guter Freund von Roland Schimmelpfennig, einem der meistgespielten Dramatiker der Gegenwart. Im Großen Haus des Stadttheaters inszeniert er nun dessen neues Stück »100 Songs«.
12. November 2019, 21:30 Uhr
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Von Karola Schepp
Das »Panikherz«-Team ist wieder am Start: Jan Langenheim (Regie, r.) und Thies Mynther (Sounddesign, l.) inszenieren »100 Songs«, unterstützt von den Dramaturgen Harald Wolff und Lucia Kramer im Bühnenbild von Anna Jungheinrich (siehe Modell). (Foto: Schepp)

Jeder hat einen Song, der für ihn ein bestimmtes Gefühl symbolisiert oder an besondere Momente seines Lebens erinnert. So geht es auch den Menschen in »100 Songs« von Roland Schimmelpfennig, das im Sommer in Stuttgart deutsche Erstaufführung hatte und ab Samstag - übrigens als zweite deutsche Aufführung - auch im Großen Haus des Stadttheaters zu sehen sein wird. Davon erzählten nun die Dramaturgen Harald Wolff und Lucia Kramer gemeinsam mit dem Regisseur und dem musikalischen Leiter vorab im Pressegespräch.

Inszenieren wird Jan Langenheim, der schon im vergangenen Jahr mit »Panikherz« nach der Autobiographie von Benjamin von Stuckrad-Barre auf der taT-Studiobühne für Furore gesorgt hatte. An seiner Seite ist auch diesmal wieder als musikalischer Leiter und Sounddesigner der Musiker Thies Mynther. Dieser setzt die »100 Songs«-Playlist aus populären Popsongs, Ohrwürmern und Eigenkompositionen zu einer Klangcollage zusammen, die auf der von Anna Jungheinrich entworfenen Bühne aus 40 Lautsprechern erklingen wird. 32 Audiospuren, 30 Rollen, zehn Schauspieler - »100 Songs« wird in den knapp eineinhalb Stunden Spieldauer auch zum sinnlichen Erlebnis.

Und dabei hat sich Dramatiker Roland Schimmelpfennig für sein 2017 im Auftrag des schwedischen Örebro Länsteaters geschriebenes Stück, ein heikles Thema ausgesucht. Er versucht, das Unbegreifliche in Worte, oder besser gesagt Songs, zu packen. Es geht um eine Gruppe von ganz normalen Menschen, die auf einem Bahnhof zufällig Opfer eines Attentats werden. Um deren letzten »vier Minuten und vier Sekunden« im Leben kreist das Stück mithilfe der Songs. »In diesen vier Minuten ist das ganze Leben drin«, betont Regisseur Langenheim. Es werde deutlich, »dass kleine Entscheidungen auf einmal wichtig« werden können, ergänzt Chefdramaturg Wolff. Düster, aber auch voller Humor und Leichtigkeit und mit einem hohen Anteil von Musik deckt das Stück alle Farben des Lebens ab.



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