13. Februar 2019, 22:11 Uhr

Daueraufgabe Digitalisierung und Pfusch am Bau

13. Februar 2019, 22:11 Uhr

Um Geld ging es gleich mehrfach bei der Sitzung des Senats der Justus-Liebig-Universität am Mittwoch. Themen waren unter anderem die (finanziellen) Erwartungen an die neue schwarz-grüne Landesregierung, die Zusatzkosten aufgrund der vor Kurzem festgestellten Baumängel am Audimax im Philosophikum II und nicht zuletzt der Budgetplan 2019, der mit einem negativen Finanzierungssaldo abschließt.

In seinem Bericht ging Universitätspräsident Prof. Joybrato Mukherjee zunächst auf den Koalitionsvertrag der neuen Landesregierung ein. In dem Papier gebe es »politische und inhaltliche Festlegungen, die eine Chance für uns sein können«. Der Präsident erwähnte die Zusage über eine vierprozentige jährliche Steigerung des Budgets der Hochschulen. Das Thema Digitalisierung müsse die Universität als Daueraufgabe sehen, sagte Mukherjee und bekräftigte mit Blick auf den Digitalisierungspakt die Hoffnung, dass »ein erheblicher Teil der Gelder an die Hochschulen fließt«. In diesem Kontext sieht er auch die bevorstehende Evaluation des Hochschulrechenzentrum (HRZ), über die er in Vertretung von Vizepräsident Prof. Michael Lierz berichtete, der sich auf einer Auslandsreise befindet. Die Bewertung des Rechenzentrums »mit externem Blick« sei auch im Hinblick auf die Digitalisierung wichtig. Wie ist das HRZ aufgestellt? Was könnte geändert werden? Diese Fragen gelte es zu beantworten. Das Ergebnis der Evaluation soll Ende 2019 vorliegen.

Deutlich länger wird es dauern, bis Haus A im Philosophikum II wieder genutzt werden kann. Wie berichtet, verzögert sich der Wiedereinzug ins Audimax wegen der bei der aktuellen Sanierung festgestellten Baumängel aus den 60er Jahren bis zum Herbst 2021. Kanzlerin Susanne Kraus sprach von »Pfusch am Bau« und kündigte an, dass sich die JLU in Sachen Kostenübernahme an das Land Hessen wenden werde. Die Baufirmen aus jener Zeit, die für die Mängel bei der Ausführung verantwortlich seien, existierten nicht mehr. Zudem habe eine juristische Auseinandersetzung keine Erfolgsaussichten, da längst Verjährung eingetreten sei.

Medizin-Nachhilfe im Fokus

Im Rahmen einer Anfrage ging der Senat noch einmal auf die Tatsache ein, dass Medizinstudenten von der Firma Medi-Learn fit für Prüfungen gemacht werden. Bereits die Tatsache, dass ein externer Dienstleister angeheuert werde, sei ein Eingeständnis, »dass da Fehler gemacht wurden«, erklärte Prof. Reginald Matejec. Medizin-Dekan Prof. Wolfgang Weidner widersprach. Die aktuelle Durchfallquote liege bei 20 Prozent und sei »viel zu hoch«. Die Vereinbarung mit Medi-Learn sei zeitlich limitiert. »Wenn sich die Resultate nicht verbessern, wird die Kooperation wieder eingestellt«, sagte er und betonte, dass sich die Fachschaft Medizin »eindeutig hinter das Programm gestellt hat«.

Mit einem negativen Finanzierungssaldo von rund 16,9 Millionen Euro schließt der Budgetplan 2019 der Hochschule. Auch der Ausblick für das Geschäftsjahr 2020 prognostiziert ein planerisches Defizit, heißt es im Papier von Kanzlerin Kraus. Das Gesamtbudget beträgt laut Plan 436,4 Millionen Euro (2018: 428,2 Mio.), steigt um 2,2 Prozent und liegt damit unterhalb des Durchschnittswertes aller Hochschulen (3,0 Prozent). Der negative Finanzierungssaldo entspreche dem Ziel des Rücklagenabbaus. »Ein finanzielles Risiko für die Laufzeit des aktuellen Hochschulpakts ist damit nicht verbunden«, berichtet die Kanzlerin. Für die künftige finanzielle Entwicklung setze dies jedoch eine signifikante Steigerung des Hochschulbudgets im künftigen Hochschulpakt voraus.

Schlagworte in diesem Artikel

  • Baumängel
  • Digitalisierung
  • Gießen
  • Justus-Liebig-Universität Gießen
  • Pfusch
  • Pfusch am Bau
  • Philosophikum Gießen
  • Prof. Dr. Joybrato Mukherjee
  • Senat
  • Zusatzkosten
  • Gießen
  • Armin Pfannmüller
  • Schlagwort zu
    Meine Themen

    Sie haben bereits 15 Themen gewählt

    Sie folgen diesem
    Thema bereits

Klicken Sie auf ein Schlagwort, um es zu „Meine Themen” hinzuzufügen oder weitere Inhalte dazu zu sehen.


0
Kommentare | Kommentieren

Bilder und Videos