02. Februar 2009, 10:54 Uhr

Das neue Rathaus wird Mitte Mai eingeweiht

Gießen (mö). Mit einem »Tag der offenen Tür« wird das neue Gießener Rathaus Mitte Mai offiziell seiner Bestimmung übergeben. Dies kündigte Oberbürgermeister Heinz-Peter Haumann bei einem Rundgang für die Vertreter der heimischen Medien an.
02. Februar 2009, 10:54 Uhr
In den nächsten Tagen werden weitere Ämter einziehen.
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Für den Publikumsverkehr muss die neue Stadtverwaltung aber bereits ab dieser Woche öffnen, da die ersten Abteilungen wie das Jugendamt schon umgezogen sind. Daher hat die Stadt den Platz vor dem Haupteingang jetzt freigegeben. Das Außengelände ist damit begehbar. Noch ein paar Monate wird es dauern, bis der gesamte Komplex und damit auch der Vorderbau mit Sitzungssaal und Kulturräumen, mit Bibliothek und Stadtbüro betriebsbereit ist.

Diesen Bereich sparten Haumann und Baudezernent Thomas Rausch bei ihrer knapp einstündigen Führung noch aus. Der Rundgang beschränkte sich auf den Bereich, in den die reine Verwaltung in den nächsten Tagen und Wochen einziehen wird.

Wie schon bei vorherigen Besichtigungen zeigten sich die Gäste beeindruckt von der transparenten Architektur der Innenbereiche. Vor allem das Atrium, das mit seinen Glasfassaden, unterbrochen von breiten Bronzeverkleidungen, über fünf Stockwerke bis zum Glasdach ragt, ist imposant. »Wir erhalten hier eine ganz neue Aufenthaltsqualität«, stellte Rausch fest. Haumann kündigte an, diesen Bereich für Veranstaltungen zu nutzen. Die Stadtverantwortlichen zeigten den Besuchern danach einige typische Büroeinheiten. Wie berichtet, hatten die Ämter die Wahl zwischen klassischen Zellenbüros und der sogenannten Kombizone, in der sich die Büros um einen Gemeinschaftsraum gruppieren.

Die ersten Mitarbeiter, die das neue Rathaus bezogen haben, sind die Netzwerker der Abteilung Allgemeine Datenverarbeitung (ADV). Die Kommunikationszentrale der Stadt, jetzt Data-Center genannt, von der unter anderem rund 500 Rechner der Mitarbeiter gesteuert werden, sitzt im Dachgeschoss, während Telefonanlage und Verkehrsrechner in den Keller kommen.

In Betrieb sind auch schon die Aufzüge, aber wer gestern lieber das Treppenhaus benutzte, kam in Wallung. »Das sind 100 Stufen bis oben hin«, sagte Renate Manns, die für Umzug und Beschaffung zuständig ist. Apropos Beschaffung: Das Mobiliar für Verwaltungsbau und Stadthaus kostete zusammen gut zwei Millionen Euro. Eingekauft wurden unter anderem 730 Besucherstühle, 230 Konferenz- und 410 Bürodrehstühle, 570 Aktenschränke, 300 Garderobenschränke, fast 400 Schreibtische, darunter 120 mit Motor zur Höhenverstellung, und 465 Sideboards. Dem Vernehmen nach wird der Sitzungssaal des Stadtparlaments mit einem besonders noblen Stuhlmodell ausgestattet, für das sich die Stadtverordneten entschieden hatten. Insgesamt sind rund 380 Büros für etwa 500 Mitarbeiter und Nutzer entstanden. Hinzu kommen Besprechungsräume und Zimmer für sieben Stadtverordnetenfraktionen.

Ein alpinistisches Ausstattungsdetail auf den beiden großen Dachterrassen sorgte für Fragen. Die in die Holzböden eingedrehten Haken werden künftig der Sicherung der Fensterreiniger dienen, die sich von dort abseilen werden.

Wie Stadtrat Rausch am Rande der Begehung auf AZ-Anfrage bestätigte, haben sich Stadt und der hessische Datenschutzbeauftragte auf den Rahmen der Videoüberwachung des neuen Rathauses so gut wie geeinigt. So müssen die über 20 Kameras technisch so eingestellt werden, dass sie keine öffentlichen Plätze bestreichen können. Dies gilt nicht für die Geräte in der Tiefgarage und am Eingang zur Polizeistation, die der Eigensicherung dienen, erläuterte Rausch. Die Polizei soll übrigens Mitte März mit der Station Nord wieder an den Berliner Platz zurückkehren. Der anwesende Personalratsvorsitzende Jürgen Adams bekräftigte die Forderung der Mitarbeitervertretung nach Abschluss einer Dienstvereinbarung zur Videoüberwachung.

Seit gestern komplett begehbar ist der nördliche Teil des gepflasterten Außenbereichs. Der Haupteingang des Rathauses kann zu Fuß und mit dem Fahrrad über drei Wege vom Berliner Platz aus, von der Ostanlage und der Straße »Am Alten Gaswerk« angesteuert werden. Die Fahrradständer unmittelbar vor dem Rathaus stehen schon bereit.

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