27. Dezember 2010, 13:32 Uhr

Capriccio Dresden bietet Hörvergnügen zum Dahinschmelzen

Reichlich festliche und besinnliche Musik bot das traditionelle Weihnachtskonzert am Sonntag in der Sankt Bonifatiuskirche zugunsten der neuen Orgel.
27. Dezember 2010, 13:32 Uhr
Das Ensemble Capriccio Dresden mit Prof. Volker Dietzsch. (Foto: jou)

Zu Gast war das Ensemble Capriccio mit Mitgliedern der Staatskapelle Dresden; dazwischen trug Kantor Ralf Stiewe Orgelkompositionen vor. Die feine Spielkunst des Ensembles zeigte sich schon zu Beginn im »Andante festivo« von Jean Sibelius: Klangliche Intensität verband sich hier mit atmosphärischer Dichte. Das aus acht Streichern bestehende Ensemble erzeugte unter Leitung von Prof. Volker Dietzsch ausgiebig schwelgerische, filmmusikalisch anmutende Atmosphäre, wozu die satte Farbgebung entscheidend beitrug.

Ebenso hörenswert war die Trompetensonate D-Dur von Henry Purcell. Das ruhige »Andante maestoso« verströmte in der ruhigen Interpretation des Solisten Mathias Schmutzler und des Ensembles viel Schwermut. Demgegenüber erfüllte das Gotteshaus im melodisch frischen Allegro-Finale festlicher Glanz; Schmutzler bestach hier durch klangliche Brillanz und virtuose Leichtigkeit.

Auch das Stück »Adeste fideles« aus Franz Liszts Orgelkomposition »Weihnachtsbaum« verbreitete festliche Stimmung und bekam besonderen Reiz durch die Echomotive und die ausgewogene, nicht zu dick aufgetragene Registrierung. Im Pastorale op. 19 von César Franck spielte Stiewe den ruhigen Beginn voller Nachdenklichkeit; davon hob sich der rasche Mittelteil ab, in dem die Akkordfolgen dank der flexiblen Agogik lebendigen Bewegungscharakter erhielten. Der langsame Schlussteil stellte formale Geschlossenheit her.

Das außerordentliche Hörvergnügen setzte sich in Guiseppe Torellis »Weihnachtskonzert« g-Moll fort. Den ersten Vivace-Teil meisterte das Ensemble mit leidenschaftlichem Ausdruck, achtete dabei auf feine Abstimmung in der Intonation zwischen den beiden Solistinnen Johanna Mittag und Annette Thiem (beide Violine) und der Begleitung. Die Musiker entlockten der Komposition im Ganzen subtile dynamische Nuancen.

Vorzüglich geriet die räumliche Staffelung der Instrumente in der Suite D-Dur für Trompete und Streichorchester von Georg Friedrich Händel. Das Air vermittelte - unterstrichen durch genau dosierte Betonungen - höfische Vornehmheit. Nicht minder interessant das Concerto op. 6 Nr. 8 von Arcangelo Corelli, in dem das Ensemble das optimistische Allegro inspiriert in Kontrast setzte zum eröffnenden, bedrückend tristen Grave. Erneut sprach das dynamische Differenzierungsvermögen unmittelbar an. Zum Dahinschmelzen gefühlvoll gelang das melodisch anmutige Adagio. Nach dem kontemplativen Choral »Brich an, du schönes Morgenlicht« aus Johann Sebastian Bachs »Weihnachtsoratorium« sangen die Besucher zum Schluss beim gemeinsamen Lied »O du fröhliche« mit und spendeten herzlichen Beifall für das niveauvolle Konzert. Sascha Jouini

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