12. Februar 2015, 20:03 Uhr

Cannabis im Schlafzimmer angebaut – Bewährungstrafe

Gießen (srs). In seinem Schlafzimmer pflanzte ein 29-jähriger Gießener in der Licher Straße Cannabis, fuhr zwischen August und Oktober 2013 zwei Marihuana-Ernten ein. Doch die Polizei kam ihm auf die Schliche – durch puren Zufall.
12. Februar 2015, 20:03 Uhr
(Foto: red)

Der 29-jährige war in einen Unfall auf der Autobahn verwickelt, konnte der Polizei weder Führerschein noch Fahrzeugpapiere vorweisen. Beamte suchten ihn daher wenig später auf, um seine Papiere zu überprüfen – und vernahmen einen süßlichen Duft aus der Wohnung.

Der Mann rannte in sein Schlafzimmer, schlug die Tür hinter sich zu und schloss ab. Dann versuchte er, die Marihuana-Pflanzen aus dem Fenster zu werfen. Doch die Polizei trat die Tür ein, sammelte die Pflanzen ein und nahm den 29-jährigen fest. Am gestrigen Donnerstag musste sich der Mann vor dem Amtsgericht verantworten.

Der Angeklagte legte ein Geständnis ab. Er ist wegen Drogenvergehen bereits vorbestraft, war zur Tatzeit auf Bewährung. Nur knapp schrammte er nun an einer Haft vorbei. Er kam am Donnerstag mit einer Bewährungsstrafe in Höhe von einem Jahr und neun Monaten davon, weil er sich seit einem Jahr einer Therapie unterzieht sowie erfolgreich eine handwerkliche Ausbildung angetreten hat.

Die Cannabis-Samen hatte der 29-jährige im Internet bestellt. »Ich wollte einen Vorrat für ein halbes Jahr anpflanzen und hin und wieder etwas rauchen«, sagte er.

Die Bewährungsfrist beträgt drei Jahre. Der Angeklagte muss sich außerdem alle drei Monate einem Drogentest unterziehen. Die Polizei hatte bei der Wohnungsdurchsuchung 900 Euro sichergestellt. Das Gericht verhängte eine Bewährungsauflage von 900 Euro, die sichergestellte Summe behält die Staatskasse somit ein.

Vertreten wurde der Angeklagte durch Christopher Posch. Der Sohn des früheren hessischen Wirtschaftsministers Dieter Posch ist durch Fernsehbeiträge für einen Privatsender zu relativer Bekanntheit gelangt. Der Anwalt fiel durch ein ungewöhnlich langes, zehn Minuten währendes Plädoyer auf, in dem er auch die Diskussion um die Legalisierung von Cannabis berührte. Angeklagte wie sein Mandant dürften eigentlich nicht als »Kriminelle« eingestuft werden, erklärte Posch.

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