30. Juni 2016, 17:53 Uhr

CDU-Kandidatin Anja Helmchen wird nicht Dezernentin

Gießen (mö). Die neue Kenia-Koalition und vor allem die Gießener Christdemokraten haben mehr Klarheit: CDU-Spitzenkandidatin Anja Helmchen wird nicht als hauptamtliche Stadträtin in den Magistrat der Stadt wechseln. Die gibt's ihre Erklärung.
30. Juni 2016, 17:53 Uhr
CDU-Spitzenkandidatin Anja Helmchen und Parteichef Klaus Peter Möller beim Gespräch mit der GAZ-Stadtredaktion. (Foto: Schepp)

Ihre Entscheidung gab Helmchen am Montag gegenüber ihrer Fraktion und am Donnerstag in einem Gespräch mit der Gießener Allgemeinen bekannt. »Es war eine sehr schwere Entscheidung, eine der schwierigsten in meinem bisherigen Leben«, sagte die Kleinlindenerin im Beisein von Partei- und Fraktionschef Klaus Peter Möller.

Als einzigen Grund nannte die 47-Jährige, die im vergangenen Jahr auch Oberbürgermeister-Kandidatin der CDU war, einen beruflichen. Ausschlaggebend sei die überraschende Entscheidung einer Partnerin in ihrer Rechtsanwaltskanzlei gewesen, zum Jahresende in den vorzeitigen Ruhestand zu gehen. »Wenn ich jetzt auch noch gegangen wäre, wäre unser Seniorpartner alleine gewesen. Das hätte in der Kanzlei zu großen Schäden geführt«, sagte Helmchen, die seit vielen Jahren Mitinhaberin einer renommierten Kanzlei in Friedberg ist.

Diese Entwicklung sei Ende des vergangenen Jahres, als sie zur Spitzenkandidatin für die Kommunalwahl gewählt wurde, noch nicht absehbar gewesen. Sie und ihre Kollegen – für die Kanzlei arbeiten nun zwei Teilhaber und zwei angestellte Rechtsanwälte – hätten in den ersten Monaten des neuen Jahres dann festgestellt, dass es im Falle ihres Weggangs erhebliche Probleme geben würde. »Wir haben nach Lösungen gesucht, aber keine gefunden«, sagte Helmchen. Ursprünglich sei vorgesehen gewesen, dass sie nach dem Wechsel in die Politik ihre Teilhabe an der Kanzlei ruhen lässt. Dies wäre auch im Fall ihrer Wahl zur OB so gewesen.

Die Kleinlindenerin berichtete, dass sie noch bis in die letzten Tage hinein von Leuten außerhalb der Politik ermuntert worden sei, in den Magistrat zu wechseln, andere hätten ihr von diesem Schritt abgeraten. »Es gab eine Erwartungshaltung und einen gewissen Druck. Ich bedauere es sehr, dass ich letztlich absagen musste«, erklärte die CDU-Frau, die auch in der Stadtverordnetenfraktion kein Spitzenamt bekleiden wird.

Parteivorsitzender Möller betonte, dass die Spitzenkandidatin ihrer Verantwortung auch in der Phase der Koalitionsverhandlungen mit SPD und Grünen »vollauf gerecht« geworden sei und entgegen anderslautender Gerüchte an den allermeister Gesprächsrunden teilgenommen habe. »Es gab 14 große Runden, zwölfmal war sie dabei«, sagte Möller. Die Fraktion habe auf die Entscheidung der Spitzenkandidatin und die Begründung mit »viel Verständnis« reagiert. Die Zusammenarbeit mit Anja Helmchen habe ihm sehr viel Spaß gemacht. Mit ihren beiden Kandidaturen habe sie die Partei belebt, erklärte Möller. Dafür, dass Helmchen trotz der beruflichen Anspannung ihr Stadtverordnetenmandat ausüben werde, sei er der Parteifreundin »dankbar«.



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