05. Juni 2016, 19:43 Uhr

Bunte Wissenschaft bei der »Straße der Experimente«

Gießen (csk). Wissenschaft macht Spaß, sie ist nicht selten laut und bunt – und manchmal führt sie zu einem Sonnenbrand. Letzteren konnten bei bestem Sommerwetter am Sonntag auf der »Straße der Experimente« zumindest jene unter den Tausenden Besuchern bekommen, die sich überwiegend außerhalb der Zelte aufhielten.
05. Juni 2016, 19:43 Uhr
Die »Zauberhafte Physik-Show« mit Studierenden der Georg-August-Universität Göttingen sorgt für staunende Gesichter. (Fotos: csk)

Nur gut also, dass das Forschervolksfest auf dem Universitätsplatz in der Ludwigstraße – das von Mathematikumsleiter Prof. Albrecht Beutelspacher ins Leben gerufen wurde und von dem Mitmachmuseum zusammen mit der Gießen Marketing GmbH organisiert wird – auch dieses Jahr wieder reichlich Gründe bot, für längere Zeit in einem der Zelte zu verschwinden.

An mehr als 30 Stationen reicht die Auswahl von allerlei chemischen und physikalischen Versuchen über kognitionspsychologische Tests bis zum Erraten verschiedener deutscher Dialekte. Möglich machen das breite Angebot viele Studenten und Mitarbeiter der Justus-Liebig-Universität sowie der Technischen Hochschule Mittelhessen, außerdem etliche Schulen, Vereine, Unternehmen und Hobbyforscher. Neben naturwissenschaftlichen und technischen gibt es auch Experimente zu kultur- und geisteswissenschaftlichen Fragen.

Für die kleinen Besucher steht bei alledem naturgemäß das Selbermachen besonders hoch im Kurs. So bildet sich nachmittags eine lange Schlange am Stand der Theodor-Litt-Schule, wo wie schon in den vergangenen Jahren hüpfende »Theoli-Bürstenroboter« aus Bürsten und kleinen Vibrationsmotoren gebastelt werden. Schon bald nach Mittag müssen die Litt-Schüler ihrer Beliebtheit schließlich Tribut zollen: Die Bürsten sind ausgegangen.

Nebenan melden bald darauf auch die Sechstklässler der Gesamtschule Gleiberger Land akuten Materialmangel. Wenig überraschend, verspricht ihr Experiment doch neben wissenschaftlichen Erkenntnissen auch eine willkommene Abkühlung: Aus Wasser und Kartoffelstärke haben sie eine »nicht-newtonsche Flüssigkeit« hergestellt, über die Kinder in einem Planschbecken laufen können, ohne dass ihre Füße versinken.

Am anderen Ende des Platzes entstehen derweil aus Äpfeln, Zitronen sowie Kupfer- und Zinknägeln bis zu einem Volt starke, dazu auch noch vitaminhaltige Ersatzbatterien. Die Grundlage dafür ist die in den Früchten vorhandene Säure, die mit Hilfe von Elektronen in den Nägeln ein Ladungsgefälle bildet. Und apropos alternative Energien: Ein paar Schritte weiter informiert die Lokale Agenda 21-Gruppe »Energie« überwiegend erwachsene Besucher über Photovoltaik, Windkraft und Co.

Nur einmal kommt das laute und bunte Treiben am Nachmittag dann doch zum Erliegen: Die »Zauberhafte Physik-Show«, konzipiert von 15 Studentinnen und Studenten der Georg-August-Universität Göttingen unter der Leitung von Prof. Arnulf Quadt, zieht die staunenden Besucher für eine Stunde ganz in ihren Bann.

Und als sich der Tag im Zeichen der Wissenschaft am frühen Abend seinem Ende neigt, bleibt für manch einen die Erkenntnis: Wissenschaft macht Spaß. Und hin und wieder auch einen Sonnenbrand.

In der Kongresshalle – also nur wenige Schritte entfernt – lief gestern fast zeitgleich ein Roboterwettbewerb. Ein Bericht über diese Veranstaltung, die sich ebenfalls gezielt an Kinder und Jugendliche richtete, folgt in der Dienstag-Ausgabe.



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