04. April 2018, 21:07 Uhr

Bummel auf dem Rummel

Seit Karsamstag läuft die Frühjahrsmesse. Seit über 50 Jahren lockt dieses Fest mehrere tausend Besucher an die Ringallee. Auch in diesem Jahr. Obwohl die größte Attraktion erst mit Verspätung an den Start ging.
04. April 2018, 21:07 Uhr
Das Riesenrad ist ein Klassiker auf der Frühjahrsmesse. (Foto: Büchs)

Es ist ein Koloss von 55 Metern Höhe. Doch er steht still: Wie Tentakel einer Riesenkrake hängen die an Stahlketten befestigten Sitze herab. Das Kettenkarussell »Starflyer« sollte eine der größten neuen Attraktionen der diesjährigen Frühjahrsmesse werden. Doch da ein Bauteil ersetzt werden musste, bekam der Betreiber zunächst keine Genehmigung für die Inbetriebnahme. »So etwas ist für uns als Veranstalter natürlich nicht schön«, sagt Tilman Bucher vom Gießen Marketing über den verspäteten Start. Seit Dienstagabend läuft der »Starflyer« aber wieder rund.

Dass das riesige Kettenkarussell in den ersten Tagen stillstand, schien die Gießener nicht zu stören. Selbst am Dienstagnachmittag ist die Messe gut besucht: Während Teenager vergeblich versuchen, dem Greifautomaten Kuscheltiere abzuringen, drängt ein Kind seinen Vater mit ihm auf dem Riesenrad zu fahren. Neben dem Riesenrad, der »Frisbee«, einem riesigen Pendel, oder dem Spaßlauf-Parkour »Rio« bietet die Frühjahrsmesse auch zahlreiche klassische Attraktionen, darunter eine Geisterbahn, zwei Autoskooter oder den »Breakdance«, bei dem ein leichtes Schwindelgefühl garantiert ist. Die Berg- und Talbahn, die sich im Kreis dreht und dabei Auf- und Abfahrten simuliert, dreht sich minutenlang immer schneller im Kreis. Während laute Schlager aus den Boxen dröhnen, wechselt das Karussell plötzlich die Richtung.

Kein Grund, nach der Fahrt nicht nach etwas Essbarem Ausschau zu halten. Davon gibt es reichlich. Den altbekannten Langos-Stand, der auch auf dem Weihnachtsmarkt steht, eine Pizzabude und ein rustikaler Bratwurst-Grill. »Wir haben versucht, eine gute Mischung aus großen und kleinen Fahrgeschäften, verschiedenen Imbissen und Laufgeschäften, wie der Geisterbahn, zusammenzustellen«, erklärt Bucher. Auch an Familien wurde gedacht: Erstmals gibt es zu bestimmten Zeiten neben dem Festzelt eine Clownerie und ein Kasperle-Theater. Die Allerkleinsten freuen sich ohnehin schon über den Besuch auf dem Rummel: »Ich bin mit meiner Tochter hier. Sie fährt gern Kinderkarussell«, sagt eine Besucherin mit Kind auf dem Arm.

Die Vorbereitung der Frühjahrsmesse geht bereits im Spätsommer des Vorjahres los. Spätestens bis November bewerben sich Schausteller auf die Stellplätze oder sie werden vom Veranstalter angefragt. Wichtig dabei ist der enge Dialog zwischen Schaustellern und Veranstalter. Denn bevor die ersten Runden Autoskooter gefahren werden, sind zahlreiche Ämter involviert: Das Bauordnungsamt prüft die Fahrgeschäfte, das Ordnungsamt die Hygiene der Essensstände und die Feuerwehr schaut, ob Brandschutzvorgaben eingehalten werden. »In Deutschland herrschen auf Volksfesten die höchsten Sicherheitsstandards weltweit«, sagt Schausteller Andreas Walldorf. Alle sechs Jahre müsse ein Fahrgeschäft komplett auseinandergenommen werden, einmal im Jahr komme der TÜV. Zusätzlich prüft die Bauaufsicht wöchentlich, ob alles ordnungsgemäß läuft.

Hinter der Kasse der Wildwasserbahn sitzt Peter Bergmann. Er ist erst 28 Jahre alt, aber schon seit über 20 Jahren Schausteller: »Ich bin auf Messen aufgewachsen«, sagt er. Seine Wildwasserbahn ist das vierte Mal in Gießen, mit ihr tourte er sogar schon durch Finnland und Spanien. Nach Gießen komme er trotzdem immer wieder gerne.

Die Messe läuft bis 15. April. Donnerstags ist Familientag mit halben Preisen.

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